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BEZIRK GMUNDEN. Des einen Freud, des anderen Leid: Während der heurige Sommer für Urlauber und Badegäste fast optimal verlaufen ist, beklagen Land- und Forstwirte teils große Schäden. Anhaltende Hitze und vor allem der fehlende Niederschlag beeinträchtigten im Bezirk Gmunden vor allem den Grünlandbau. 

  1 / 2   Nicht nur das Almtal ist betroffen: Energy Globe-Initiator und Landwirt Wolfgang Neumann auf einer von Engerlingen kahlgefressenen Wiese.

In der oö. Landwirtschaft sind durch die heurige Dürre Schäden in Höhe von 110 Millionen Euro entstanden. „Dabei handelt es sich um die gegenwärtige Situation, die Auswirkungen auf die Herbstkulturen sind noch nicht inkludiert und werden sich erst in den nächsten Tagen und Wochen zeigen“, erklärt Mario Winkler von der Österreichischen Hagelversicherung.

Auf den Wiesen ist nur wenig gewachsen

Im Bezirk Gmunden ist vor allem das Grünland betroffen: Das Gras wuchs viel weniger als üblich, in manchen Gegenden fiel der übliche dritte Schnitt völlig aus. Die eingebrachten Mengen an Heu und Silofutter sind bei manchen Landwirten entsprechend gering, wie auch Wolfgang Neumann, Energy Globe-Initiator und Landwirt aus Traunkirchen beobachtet hat: “Ich vermute, dass heuer über den Winter rund 20 bis 50 Prozent weniger Futtermittel zur Verfügung stehen werden. Manche Bauern haben schon davon gesprochen, Kühe zu verkaufen, weil das Futter nicht reichen wird.“

Engerlingplage als neues Problem

Neben der Trockenheit selbst ist dafür auch ein weiteres Phänomen verantwortlich, das bislang hauptsächlich aus dem Mühlviertel bekannt war: Maikäfer-Engerlinge fressen ganze Wiesen kahl. Im Bezirk Gmunden liegt der Schwerpunkt des Befalls im Almtal, das früher überhaupt nicht davon betroffen war. Aber auch in anderen Gemeinden treten die charakteristischen, verdörrten Flächen auf. „Mein Nachbar hat auf einer Fläche bis zu 100 Engerlinge pro Quadratmeter gefunden“, erzählt etwa der Traunkirchner Wolfgang Neumann.

Langfristige Abhilfe gegen die Engerlingplage könnte eine Pilzgerste schaffen, die in den Boden eingebracht wird und die Engerlinge angreift. Im Bezirk Rohrbach, wo man schon länger mit dem Problem kämpft, gibt es dazu bereits ermutigende Erfahrungen. Für heuer raten die Experten jedenfalls, die betroffenen Flächen mit einer Kreiselegge zu bearbeiten, damit die Plagegeister aus dem Boden geholt werden, um ein ähnliches Problem in den nächsten Jahren zu verhindern.

Schäden bei Getreide und in den Wäldern

Getreidebauern waren von der Dürre größtenteils nicht so stark betroffen. Vor allem das Wintergetreide konnte durch den Regen im Frühling gut wachsen. Die Sommergetreidesorten haben jedoch auf manchen Flächen ebenfalls Schäden davon getragen.

Und auch den Wäldern hat die lange, ununterbrochene Hitzeperiode teilweise stark zugesetzt: Hohe Temperaturen beschleunigen die Vermehrungsrate des Borkenkäfers, was vor allem die Fichtenkulturen deutlich zu spüren bekamen. Die voralpinen Regionen des Salzkammergut zählen hier oberösterreichweit zu den Hauptschadensgebieten. Mit den sinkenden Temperaturen erhofft man sich jedoch eine deutliche Entspannung: Wenn die Temperaturen unter rund 20 Grad fallen, dann kann sich der Käfer nicht mehr vermehren. Die Forstwirte haben dann mehr Zeit, um das betroffene Holz auszubringen.

Land sichert Hilfe zu

Landwirtschafts-Landesrat Max Hiegelsberger sicherte den betroffenen Landwirten Sofortmaßnahmen und die Direkthilfe zu und verwies auf die Förderung von Versicherungsprämien. Neben einer Untersützung für tierhaltende Betriebe seien auch Maßnahmen zum Wiederaufbau und zur Sicherung klimafitter Wälder notwendig, betonte Hiegelsberger.


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