Auch bei der Lehrstellensuche gilt: "Der frühe Vogel fängt den Wurm"
GMUNDEN. Als Leiter des Jugendservice Gmunden berät Benjamin Schwarzböck häufig Jugendliche bei der Lehrstellensuche. Im Gespräch mit den Tips gibt er Ratschläge für den Weg zur „Wunschlehrstelle“.

Tips: Wann ist der beste Zeitpunkt, sich um eine Lehrstelle zu bewerben?
Schwarzböck: “Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Begehrte Lehrstellen sind oft schnell vergeben. Um sich eine solche zu sichern, ist es optimal, wenn man sich schon zu Beginn des ersten Semesters in der neunten Schulstufe Gedanken zur Bewerbung macht. Spätestens mit Erhalt des Zeugnisses, am Ende des ersten Semesters, sollte man Bewerbungen abschicken.
Tips: Was tun, wenn man nicht weiß, in welche Richtung es beruflich gehen könnte?
Schwarzböck: Ausgangspunkt für die Berufs- und Schulwahl sind die individuellen Interessen und Fähigkeiten. Diese gilt es herauszufinden, denn sie stellen die Basis für die Berufsfindung dar. Mittlerweile absolvieren fast alle Schüler standardmäßig in der achten Schulstufe eine sogenannte „Potentialanalyse“, die direkt an den Schulen von der Wirtschaftskammer durchgeführt wird. Die Ergebnisse spiegeln die beruflichen Interessen wider und können ein Orientierungspunkt sein. Es gibt noch weitere Anbieter von Interessenstests – etwa das AMS mit dem Berufskompass und das Onlineportal bic.at. Diese Tests können bequem zu Hause gemacht werden.
Ebenfalls hilfreich für den gesamten Berufsfindungsprozess finde ich unsere Broschüre „I hob (k)an Plan!“ Darin enthalten sind alle wichtigen Informationen zum Thema. Auch Beratungsgespräche können erhellend sein. Unser Projekt Jobcoaching, das kostenlos in Anspruch genommen werden kann, basiert auf individueller Beratung. Dabei versuchen wir gemeinsam mit den Jugendlichen realisierbare Ausbildungswege zu finden.
Tips: Worauf kommt es bei einer erfolgreichen Bewerbung an?
Schwarzböck: Sehr wesentlich sind die Bewerbungsunterlagen. Der potentielle Arbeitgeber erhält damit einen ersten Eindruck von dem Bewerber. Die Unterlagen bestehen im Normalfall aus einem Deckblatt, einem Bewerbungsschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf mit Foto, Schulzeugnissen und eventuelle andere Zusatzqualifikationen (ECDL, Praktika etc.). Die Unterlagen müssen übersichtlich sein und dürfen keine Rechtschreibfehler beinhalten. Das Bewerbungsfoto ist ganz wichtig und muss von sehr guter Qualität sein. Das Foto sollte ein Porträt und mit angemessener Kleidung sein.
Wird man in weiterer Folge zum Beispiel zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, ist es ratsam, wiederum eine, dem Job entsprechende Kleidung zu wählen. Trotz der Nervosität sollte nicht vergessen werden, höflich zu sein, also zu grüßen und vielleicht Fragen zum Unternehmen oder zur künftigen Arbeit zu stellen. Hilfreich ist, wenn man sich bereits im Vorfeld Fragen überlegt bzw. Antworten auf häufig gestellte Fragen zurechtlegt, wie zum Beispiel: Warum möchten sie genau in unserer Firma arbeiten? Was interessiert sie an dem Beruf besonders? Was sind ihre Stärken/Schwächen?
Tips: Welche Möglichkeiten gibt es für Lehrlinge, Erfahrungen im Ausland zu sammeln?
Schwarzböck: Es gibt die Möglichkeit im Rahmen des internationalen Fachkräfteaustausches (IFA) während der Lehrzeit Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Mit Hilfe dieser Organisation kann man beispielsweise mehrwöchige Auslandspraktika während der Lehrzeit absolvieren. Wichtig ist dabei auf die Anmeldefristen zu achten. Genauere Informationen bekommt man unter https://ifa.or.at.


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