Parken am Rathausplatz bald wieder erlaubt? SP Gmunden übt Kritik
GMUNDEN. Seit Anfang September gilt der Rathausplatz als Fußgängerzone - Parkverbot inklusive. Die Wirtschaft klagt nun über starke Umsatzrückgänge, weshalb die Stadtpolitik das Parken zumindest vorübergehend wieder erlauben möchte. Die SP sieht dies als falsches Signal und spricht von einer „fatalen Panikreaktion“.

Die „zeitlich befristiete Aufhebung (bis 30.04.2019) der Fußgängerzone am Rathausplatz zur Schaffung einer gebührenfreuen Kurzparkzone mit Parkscheibe, Dauer max. 45 Minuten“ ist der Hauptpunkt bei des für Montag, 4. Februar kurzfristig einberufenen Sondergemeinderats. Da neben der ÖVP auch FPÖ und BIG sich für diese Lösung ausgesprochen haben, ist einer positiven Beschlussfassung auszugehen.
Dies wird von der SP heftig kritisiert: Er halte „die Zerstörung der Fußgängerzone für einen fatalen Fehler“, nimmt sich Verkehrsstadtrat Wolfgang Sageder (SP) kein Blatt vor den Mund. Die 37 Parkplätze würden der Wirtschaft nichts bringen, aber dem Image der Stadt sowie dem Ambiente des Rathausplatzes schaden.
Innenstadt-Kaufleute beklagen Umsatzrückgang
Hintergrund ist ein von Teilen der Innenstadt-Geschäftsleute in einem Gespräch mit Bürgermeister Stefan Krapf (VP) Mitte Jänner beklagter massive Umsatzrückgänge seit der Einführung der Fußgängerzone vor fünf Monaten. Zu diesen „behaupteten Rückgängen“ gebe es jedoch keine Zahlen oder Belege, erklärt Sageder. Zudem ortet er andere Gründe für ein Sinken der Umsätze.
„FuZo ist nicht schuld“
„Bei der Einführung wurde zum Beispiel eine regelmäßige Bespielung versprochen. Passiert ist bisher - abgesehen vom Weihnachtsmarkt - nichts“, so einer von Sageders Kritikpunkten. Dass „die Umsätze angeblich nach dem 1. September stark abgefallen sind“ und zuvor während der vierjährigen Baustelle „trotzdem funktioniert“ haben, erklärt sich die Stadt-SP außerdem auch mit der plötzlich abgerissenen Werbung: Während der Baustelle sei auf Kosten der öffentlichen Hand hier viel geschehen von der Bauzaunbespannung bis zu Inseraten, nun werde nicht mehr geworben.
Fehlende Frequenzbringer
Sageder vermisst zudem Bemühungen der Stadtpolitik, sogenannte „Frequenzbringer“ im Stadtzentrum anzusiedeln. „Unserer immer wieder geäußerten Meinung nach hätte schon vor zehn Jahren ein Arbeitskreis einen Katalog der gewünschten Branchen erstellen und dann gezielt anwerben müssen“, so Sageder. Derzeit würden jedoch Leerstand und Spekulationsobjekte das Stadtbild prägen - auch, weil nichts getan worden sei, um für den Normalbürger erschwinglichen Wohnraum ins Zentrum zu bringen. „Mehr Wohnbevölkerung im Zentrum würde auch für eine Grundfrequenz in den Unternehmen sorgen“, ist Sageder überzeugt.
„Gegen den erklärten Bürgerwillen“
Das Parken auf dem Rathausplatz - wenn auch zunächst vorübergehend - wieder zu erlauben, sei jedenfalls das falsche Rezept und widerspreche auch dem Bürgerwillen, ergänzt SP-Fraktionsobmann Helmut Hochegger: „Bei der Bürgerbeteiligung - die übrigens 57.000 Euro gekostet hat - haben sich 80 Prozent der Menschen für einen autofreien Rathausplatz ausgesprochen. Das wird nun einfach vom Tisch gewischt.“


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