Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GMUNDEN. Die „Vermessung der Zukunft“ durch künstliche Intelligenz und digitale Technologien stand im Mittelpunkt des neunten Surprise Factors-Symposiums von Academia Superior im Toscana Congress.

  1 / 3   Digitalisierungskritikerin Susanne Gaschke, Markus Hengstschläger, wissenschaftlicher Leiter von ACADEMIA SUPERIOR, Roboterforscherin Nadia Thalmann und Moderatorin Melinda Crane Foto: Wakolbinger

Namhafte internationale Experten diskutierten gemeinsam mit Michael Strugl, Obmann von Academia Superior, und dem wissenschaftlichen Leiter Universitätsprofessor Markus Hengstschläger über die Risiken und auch Chancen der technologischen Entwicklungen und Nutzung von Daten, die als digitaler Fußabdruck im Internet hinterlassen werden. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Veranstaltung mit mehr als 700 Besuchern im Kongresszentrum Toscana präsentiert.

Facebook-Likes sagen ungeahnt viel über uns aus

Hauptreferent war der Psychologe und Datenwissenschafter Michal Kosinski, der vor zwei Jahren mit einem Artikel für Aufsehen gesorgt hat. Er beschrieb darin, wie mit Hilfe von Datenanalyse das Verhalten von Menschen nicht nur vorhergesagt, sondern auch beeinflusst werden kann. Beispiele dafür sind die letzte US-Präsidentenwahl und die Brexit-Abstimmung, die einen völlig anderen Ausgang nahmen als erwartet. Bereits 250 Facebook-Likes reichen, um eine Persönlichkeit gleich gut abschätzen zu können wie der eigene Lebenspartner, so Kosinski. 

„Privatsphäre ist Vergangenheit“

„Auch ich mache mir Sorgen um Missbrauch der Daten, aber ich bin überzeugt, dass 99,9 PRozent der Algorithmen positiv genutzt werden, um den Menschen zu helfen. Daher bin ich dafür, dass wir akzeptieren, dass Privatsphäre Vergangenheit ist und wir uns vielmehr darauf konzentrieren, die Risiken zu minimieren und den Nutzen zu maximieren“, so Kosinski, der dennoch die Chancen der neuen Technologien in den Vordergrund gerückt sehen möchte.

In einer anschließenden Diskussion mit Moderatorin Melinda Crane zeigten die Journalistin und Digitalisierungskritikerin Susanne Gaschke, die Roboterforscherin und -designerin Nadia Thalmann sowie Markus Hengstschläger von Academia Superior verschiedene Aspekte der Digitalisierung auf: 

Technologiefolgen-Abschätzung und Ethik für Roboter

Gaschke trat für eine intensive „Technologiefolgen-Abschätzung“ ein, und warnte: „Wir nutzen die digitalen Möglichkeiten vielfach auch aus reiner Bequemlichkeit, ohne deren negativen Auswirkungen ausreichend zu bedenken: Der Online-Handel lässt die Innenstädte veröden und erhöht die Verkehrsproblematik und die gewaltigen Datenmengen erfordern immer höhere Speicherkapazitäten mit entsprechendem Strombedarf.“ Nadia Thalmann, die einen sozialen Roboter geschaffen hat, betonte, dass es für Roboter Regeln geben müsse, die ihr soziales Verhalten steuern.

Verantwortung der Politik

Markus Hengstschläger sprach sich dafür aus, dass der Mensch nicht alles, was technisch oder wissenschaftlich möglich sei, auch tatsächlich umsetzen sollte. „Es liegt auch an der Politik, die technologische Entwicklung so zu entschleunigen, dass der Mensch noch mitkommt“, unterstrich Hengstschläger.

„Oberösterreich wirkt aktiv mit“

„Es geht nicht darum, wer ist stärker oder klüger, die Maschine oder der Mensch, sondern darum, wie können wir Technologien nutzen, um die Zukunft positiv zu gestalten. Und hier soll auch Oberösterreich aktiv mitwirken, daher ist es gut, dass nun ein neues Studium für Künstliche Intelligenz an der Johannes Kepler Universität Linz geschaffen ist, das sich auch mit Forschung in diesem Bereich befasst“, unterstrich Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Ich bin sehr dafür, dass wir auch in Oberösterreich diese faszinierenden Technologien nutzen und weiterentwickeln, dass wir künstliche und menschliche Intelligenz zusammenführen, um auf diese Weise die künftigen Herausforderungen zu bewältigen“, so LH Stelzer weiter.

Haberlander übernimmt Academia-Leitung

Im Rahmen dieses Symposiums erfolgte auch die offizielle Übergabe des Vorsitzes von Academia Superior von Michael Strugl an Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander in Form einer symbolischen Schlüsselübergabe.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Raffelsberger als ÖVP-Bezirksobmann im Salzkammergut wieder gewählt

Raffelsberger als ÖVP-Bezirksobmann im Salzkammergut wieder gewählt

BEZIRK GMUNDEN. Rudolf Raffelsberger ist beim Bezirksparteitag im „Mezzo“ mit 99,49 Prozent der Stimmen als Obmann der OÖVP Salzkammergut ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Baustart für 28 Mietkaufwohnungen in Laakirchen

Baustart für 28 Mietkaufwohnungen in Laakirchen

LAAKIRCHEN. Die gemeinnützige Gmundner Wohnungsgenossenschaft „Traunsee“ hat mit einem Spatenstich den Bau von 28 Mietkaufwohnungen an der ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Gmundner Molkerei investiert 60 Millionen Euro in Käseproduktion

Gmundner Molkerei investiert 60 Millionen Euro in Käseproduktion

GMUNDEN. Die Gmundner Molkerei hat 60 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Käseproduktion am Standort Gmunden investiert. ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Gmundner Gemeinderat macht Weg für Hotelprojekt Seeviertel frei

Gmundner Gemeinderat macht Weg für Hotelprojekt Seeviertel frei

GMUNDEN. In einer Sondergemeinderatssitzung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ für die Vertragsänderungen ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Gernot Winterauer aus Obertraun soll Mario Haas im Landtag nachfolgen

Gernot Winterauer aus Obertraun soll Mario Haas im Landtag nachfolgen

OBERTRAUN/GMUNDEN. Die SPÖ-Bezirksorganisation Gmunden hat Gernot Winterauer als Salzkammergut-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2027 ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Liste FÜR Vorchdorf nominiert Albert Sprung für Bürgermeisterwahl

Liste FÜR Vorchdorf nominiert Albert Sprung für Bürgermeisterwahl

VORCHDORF. Die Liste FÜR Vorchdorf hat ihren Listenchef und Gemeindevorstand Albert Sprung einstimmig als Bürgermeisterkandidaten für die ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Weitere Beiträge