„Die Bezirke an den Seen haben derzeit einen kleinen Vorteil“
BEZIRK GMUNDEN. Trotz der neuerlichen Maskenpflicht gilt: Die Lust aufs Ausgehen, Essen und Genießen ist – gerade im tourismusstarken Salzkammergut – ungebrochen. Schwierig sei vor allem die aktuelle Unsicherheit, wie sich die Situation weiter entwickelt, betonen Branchenvertreter.

Die Corona-Maßnahmen im Frühling haben auch die Wirte hart getroffen. Seit 15. Mai sind die Gaststuben, Restaurants und auch die Gastgärten wieder geöffnet. „Das Restaurantgeschäft ist gut angelaufen, bei den Hotelgästen fehlen natürlich vor allem die großen Seminare“, zieht Franz Pernkopf auf Tips-Nachfrage eine erste Bilanz. Der Besitzer des Landhotels Grünberg ist zugleich WKO- Fachgruppensprecher für die Gastronomen des Bezirks.
Wirkungsvolle Kampagnen
Die Kampagnen der Traunseewirte sowie des oberösterreichischen Tourismus hätten sich ausgesprochen positiv ausgewirkt und „viele Früchte getragen“. Die Situation sei aber nicht überall gleich, so Pernkopf: „Bezirke mit Seen haben in der jetzigen Situation einen kleinen Vorteil“, denn diese seien auch für österreichische Gäste und Tagestouristen interessant. Anders sehe es vor allem in den größeren Städten aus, die vor allem auf internationale Touristen angewiesen seien.
Auch Johanna Schallmeiner, Obfrau Junges Hotel- und Gastgewerbe in OÖ und Hois´n-Juniorchefin, sieht in den Seen einen großen Vorteil des Salzkammerguts. Die vielen Wanderer und Ausflügler würden zeigen, „dass jeder nach draußen will.“ Betriebe mit Gastgarten sind dabei klar im Vorteil: Zog es die Gäste schon früher bei schönem Wetter an die Plätze im Freien, so hat sich dieser Trend heuer verstärkt: „Wir hatten gestern zu Mittag einen kleinen Regenguss – gleich nachher waren die Leute wieder im Gastgarten“, schildert Johanna Schallmeiner.
„Dem Wetterbericht nicht immer vertrauen“
Insgesamt sei auch die Wetterlage seit Ferienbeginn „ganz gut – auch, wenn die Wettervorhersage derzeit leider nicht immer stimmt“, erklärt Schallmeiner. Schon öfter sei in letzter Zeit das Wetter wesentlich besser gewesen, als angekündigt: „Vielleicht ist es besser, nicht nur dem Wetterbericht zu glauben, sondern auch beim Fenster hinauszuschauen“, rät sie mit einem Augenzwinkern.
Schwierige Unsicherheit
Die größte Herausforderung sei derzeit die ständige Unsicherheit, wie sich die Situation entwickelt, betonen Pernkopf und Schallmeiner: „Die Branche muss insgesamt schauen, wie man 2020 noch gut über die Runden bringt – und da ist es natürlich schwierig, wenn man nicht weiß, wie es im Herbst aussieht“, betont Franz Pernkopf. „Im Frühling mussten viele Veranstaltungen und Feiern verschoben werden. Wenn man jetzt für Herbst etwas plant, ist das natürlich schwierig, wenn man noch nicht weiß, zum Beispiel, wie viele Gäste man zur Hochzeitsfeier einladen kann“, bringt Johanna Schallmeiner ein Beispiel. Hier sei gegenseitiges Verständnis besonders wichtig: „Von uns für die Gäste – und von den Gästen für die Gastronomen und ihre Situation.“


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