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GMUNDEN. Eine Lehre ist eine Ausbildung mit Zukunft. Davon ist Martin Ettinger, Obmann der Wirtschaftskammer im Bezirk, überzeugt.

Gmundens WKOÖ-Bezirksobmann Martin Ettinger Foto: WKOÖ
Gmundens WKOÖ-Bezirksobmann Martin Ettinger Foto: WKOÖ

Tips: Im Bezirk war es früher oft nicht möglich, alle offenen Lehrstellen zu besetzen. Was hat sich durch Covid 19 verändert?

Martin Ettinger: Schon seit Jahren ist es so, dass wir im Bezirk mehr Lehrstellen als Lehrstellensuchende haben. Daran hat auch Covid 19 nichts geändert: Derzeit sind mehr als 100 Lehrstellen frei, für den Zeitraum Juli bis September 2021 meldet das AMS bereits jetzt 231 offene Lehrstellen!

Tips: Wie sieht es mit fixen Dienstverhältnissen nach positiv abgeschlossener Lehre aus?

Ettinger: Eine abgeschlossene Lehre kommt (fast) einer Job-Garantie gleich. Zurzeit befinden wir uns zwar in einer Ausnahmesituation, aber es liegt im ureigenen Interesse der Betriebe, dass sie ihre selbst ausgebildeten Fachkräfte im Betrieb halten können. Sobald sich ein Ende der Pandemie abzeichnet, wird sich die Wirtschaft wieder rasch erholen. Gute Fachkräfte sind immer gefragt.

Tips: In welchen Branchen gibt es die höchste Nachfrage nach Lehrlingen?

Ettinger: Die meisten offenen Lehrstellen gibt es derzeit in den Metall- und Elektroberufen, im Handel, im Tourismus und auch im Handwerk und Gewerbe ist das Lehrstellenangebot bei uns im Bezirk groß!

Tips: Gibt es seitens der Wirtschaftskammer Anliegen, die arbeitsrechtlichen Bestimmungen im Rahmen der Lehrlingsausbildung zu verändern?

Ettinger: Die Sozialpartner sind in einem laufenden Dialog, um die Rahmenbedingungen im Sinne aller Beteiligten anzupassen. Das österreichische Modell der Lehre mit Lernorten im Betrieb und in der Schule ist ein Erfolgsmodell, das für viele Länder als Vorbild gilt.

Tips: Entschließen sich manchmal auch ältere Menschen noch für eine Lehrlingsausbildung?

Ettinger: Es kommt immer wieder vor, dass sich Menschen verändern möchten. Auch Personen, die eine höhere Schule oder Ausbildung gemacht haben, entdecken, dass z. B. ein Handwerksberuf eine sehr erfüllende Aufgabe sein kann. Etwas mit eigenen Händen zu schaffen, der Kontakt zu den Menschen oder Probleme geschickt und fachkundig zu lösen, spricht diese Gruppe besonders an.

Tips: Was sind generell die Berufe der Zukunft?

Ettinger: Themen, die die Menschen heute bewegen, sind die Berufsfelder von morgen. Das heißt: der Klimawandel, Stichwort „green jobs“, die Digitalisierung und der Bereich der Pflege und Gesundheit werden in Zukunft eine verstärkte Rolle auch bei der Lehrberufswahl spielen. Doch auch die traditionellen Lehrberufe werden weiterhin ihre Berechtigung haben, schließlich brauchen wir alle Fachkräfte, die zum Beispiel unsere Haushaltsgeräte reparieren, unsere Häuser errichten oder auch unsere Haare schneiden können! Einen allgemeinen Rat zu geben, ist unmöglich. Wichtig ist, dass junge Menschen vor der Berufswahl die Möglichkeit haben, sich umfassend zu informieren. Die WKO Gmunden bietet hier beispielsweise die „Job Rallye“ an. Sich für einen Lehrberuf zu entscheiden, ist jedenfalls eine gute Basis für die Zukunft.


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