Die Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Gmunden standen Tips Rede und Antwort

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Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 22.09.2021 17:30 Uhr

BEZIRK GMUNDEN. Neben den Gemeinderäten und Bürgermeistern wird am Sonntag, 26. September, in Oberösterreich auch der Landtag neu gewählt. Tips bat die Gmundner Spitzenkandidaten der fünf größten Parteien im Wahlkreis Traunviertel um ihre Statements zu aktuellen Themen. 

Das Spektrum reicht von Umweltschutz über das Wohnen bis hin zu geeigneten Corona-Maßnahmen. Auch das eigene Hauptanliegen wurde abgefragt. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2015 - in Oberösterreich wird alle sechs Jahre gewählt - erreichte die ÖVP im Bezirk 35,02 Prozent. Auf Platz 2 landete die FPÖ mit 28,81 Prozent. Die SPÖ erreichte 21,15 Prozent, die Grünen 9,96 Prozent und die Neos 3,70 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,17 Prozent.

Tips: Was ist Ihr persönliches Hauptanliegen für die Region?

Rudolf Raffelsberger (ÖVP): Die Menschen haben Lust aufs Land. Das bedeutet mehr Geschäft aber auch mehr Verkehr. Hier braucht es Regeln, die sowohl für uns Einheimische aber auch für unsere Gäste passen. Gleichzeitig müssen wir mehr Geld in neue Mobilitätsangebote für die Bewohner stecken.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Die FPÖ hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie anpacken und Probleme lösen kann. Die wichtigsten Aufgaben für die Zukunft sehe ich im leistbarem Wohnbau, dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Bekämpfung des Pflegenotstandes.

Mario Haas (SPÖ): Meine Vision ist: Stark durch Zusammenhalt – Bereit für die Zukunft. Unsere Region ist eine starke Region und soll das auch bleiben. Die zentralen Themen für die Zukunft werden Beschäftigung, Bildung, Wohnen, Mobilität und Sicherheit sein.

Reinhard Ammer (GRÜNE): Die Auswirkungen der Klimakrise sind auch im Bezirk Gmunden zu spüren. Mein Einsatz gilt daher einer zukunftsweisenden Mobilitäts-, Klima-, und Raumordnungspolitik, die dafür sorgt, dass auch die nächsten Generationen eine lebenswerte Zukunft haben.

Julia Bammer (NEOS): Mein Hauptanliegen für die Region ist es, einen Rechtsanspruch für ein flexibles und qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot für unsere Kinder, ab dem 1. Geburtstag zu verankern. Kinderbetreuung darf keine permanente Großbaustelle bleiben.

Tips: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel steigt. Welche Maßnahmen sollten hier – auch regional – dringend gesetzt werden?

Rudolf Raffelsberger (ÖVP): Klimaschutz ist für uns im Salzkammergut nichts Neues. Es ist unsere Tradition mit der Natur zu leben und auf unsere Umwelt zu achten. Seit Generationen sind wir Pioniere auf diesem Gebiet: wir leben Klimaschutz mit Hausverstand.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Umweltschutz bedeutet für mich vor allem Regionalität. Dieser muss aber für die Menschen leistbar sein. Es braucht eine Umstellung auf mehr erneuerbare Energien und neue Technologien. Verbote, Teuerungen und eine CO2-Steuer lehne ich ab.

Mario Haas (SPÖ): Wir müssen unsere Umwelt mit gutem Gewissen an unsere nachfolgenden Generationen weitergeben können. Eine Schlüsselfunktion werden dabei der Öffentliche Verkehr, Photovoltaik-Anlagen sowie nachhaltige Produktion und Lebensweise einnehmen.

Reinhard Ammer (GRÜNE): Die rasante Verbauung und das Zubetonieren unserer Heimat führen zu extremeren Wetterereignissen, vernichten Erholungsräume und Flächen für Lebensmittelproduktion. Wir Grünen fordern seit Jahren effektiven Schutz unseres Grünlands und unserer wertvollen Böden.

Julia Bammer (NEOS): Auf Landesebene fordern NEOS ein Klimabudget und eine Gesamtstrategie für den Ausbau erneuerbarer Energien. Öffentlicher Verkehr soll bedarfsorientiert gestaltet werden. Zudem braucht es klare Regeln für eine nachhaltige Raumordnung.

Tips: Wohnen wird immer teurer. Wie kann es für alle wieder leistbarer werden?

Rudolf Raffelsberger (ÖVP): Das Salzkammergut muss Heimat bleiben können! Dafür müssen wir alles unternehmen. Wasserdichte Bauland-Sicherung für unsere Jugend gehört ebenso dazu, in manchen Gemeinden auch eine stärkere Rolle der öffentlichen Hand in Form von Grundstückankäufen.

Markus Steinmaurer (FPÖ): Die Leistbarkeit können wir durch hohe Bauleistungen, sinnvolle Förderkriterien und mit Partnern in der heimischen Bauwirtschaft erwirken. Im Jahr 2020 wurde durch die Wohnbauförderung ein Budget von mehr als 280 Mio. Euro bereitgestellt.

Mario Haas (SPÖ):Unsere Region soll ein gutes Dahoam von Jung bis Alt bleiben. Dafür müssen wir Spekulation auf Immobilien sowie Zweitwohnsitze weiter eindämmen und öffentlichen Wohnbau, Baulandsicherungsverträge und Verdichtung von Wohnraum vorantreiben.

Reinhard Ammer (GRÜNE): Es braucht mehr Mittel für geförderten Wohnbau, eine stärker am Bedarf orientierte Wohnbauförderung und - über die Raumordnung - mehr Vorbehaltsflächen für geförderten Wohnbau. Jungfamilien in OÖ sollen sich eine Startwohnung leisten können.

Julia Bammer (NEOS): Um Wohnen leistbarer zu machen, muss bedarfsgerecht gebaut und saniert werden. Der Schlüssel liegt in der überregionalen Raumplanung. Zudem muss die Bauordnung ausgemistet werden, diese Unzahl an Vorschriften macht das Bauen unnötig teuer.

Tips: Corona ist noch nicht vorbei, im Herbst und Winter gilt es trotz steigender Infektionszahlen erneute Schließungen zu vermeiden und auch die Schulen offen zu halten. Mit welchen Maßnahmen kann das gelingen?

Rudolf Raffelsberger (ÖVP):Die wichtigste Maßnahme ist die Impfung. Damit wird der Krankheit die Todesgefahr genommen. Unser Land meistert die Krise sehr gut und Oberösterreich wird weiterhin alles tun, damit die Bevölkerung möglichst wenige Einschränkungen hat.

Markus Steinmaurer (FPÖ):Es darf zu keinen weiteren Schließungen der Schulen kommen. Es braucht Planungssicherheit, auch für Eltern. Schüler sind die am wenigsten gefährdete Gruppe. Mit Abstandsregeln, Schutzwänden und Luftreinigern soll das Auslangen gefunden werden.

Mario Haas (SPÖ):Das kann gelingen, indem wir einerseits viele Menschen von der Impfung überzeugen und andererseits auch weiter auf Tests und Vernunft der Bevölkerung setzen. Ich möchte jeder und jedem ein persönliches Gespräch mit dem Hausarzt nahelegen.

Reinhard Ammer (GRÜNE):Kinder und Jugendliche haben zu Beginn der Pandemie volle Solidarität mit unserer vulnerabelsten Gruppe, den Älteren, gezeigt. Nun ist es Zeit, mit den Jungen solidarisch zu sein. Das geht am besten, und da vertraue ich den Expert*innen, indem wir uns impfen lassen.

Julia Bammer (NEOS): Alle, die sich impfen lassen, leisten ihren Beitrag zu sicheren Schulen und einem “normalen” Leben für die Kinder und Jugendlichen. Mit der Pandemiebekämpfung über die Kinder muss Schluss sein. Nur die Impfung wird diese Pandemie beenden.

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