"Betriebsansiedelungsgebiet in Ohlsdorf ist gewaltiges Bodenvernichtungsprojekt"
OHLSDORF. Die Errichtung eines Betriebsansiedlungsgebietes in der Gemeinde Ohlsdorf in einem Ausmaß von 180.000 Quadratmetern stößt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder sowie den Neos sauer auf.

Mittlerweile sind die Bagger und Schubraupen schon angerollt, um die 180.000 Quadratmeter bestehenden Wald im betroffenen Betriebsbaugebiet dem Erdboden gleich zu machen. Dass der für das Betriebsbaugebiet gerodete Wald an anderer Stelle wiederaufgeforstet werden soll, macht die Angelegenheit auch nicht besser. Denn dadurch gehen weitere 270.000 Quadratmeter Grün- und Ackerland verloren. „Hier wird mit einem Federstrich eine riesige Waldfläche geopfert und gleichzeitig kommt ein noch größeres Areal an wertvollem Ackerland abhanden. Ich war im Vorjahr im Zuge des UVP-Feststellungsverfahrens vor Ort und habe mir auf Drängen der damaligen Bürgermeisterin das Projekt angesehen und schon damals meine Kritik und Ablehnung gegen die Zerstörung des Waldes und großflächigen Versiegelung geäußert. Da es im Verfahren auch negative Fachstellungnahmen gegeben haben soll, fordere ich die Offenlegung aller Entscheidungsgrundlagen zur Widmung und Rodung des Areals“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Die Darstellung des ehemaligen Eigentümers der Fläche, Hans Asamer, Landesrat Kaineder hätte seine Zustimmung gegeben, ist als falsch zurückzuweisen. Im vorliegenden Fall wurde von der Behörde festgestellt, dass kein UVP-Verfahren abzuwickeln ist. Das UVP-Gesetz zieht eindeutige Grenzen, wann ein konzentriertes UVP-Verfahrung einzuleiten ist. „Das jetzt als Genehmigung der gewaltigen Zerstörung darzustellen, ist schon große Chuzpe“, zeigt sich Umwelt- und Klima-Landesrat Kaineder verärgert. „Wäre Herr Asamer bei der Begehung mit der Bürgermeisterin mit dabei gewesen, hätte er gehört, dass ich dieses gewaltige Wald- und Bodenvernichtungsprojekt für Unsinn halte!“
Auch Kurt Weinberger der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung kritisiert das Projekt scharf: „Eine gigantische Naturfläche wird unwiederbringlich und fahrlässig mit Beton und Asphalt versiegelt und damit Lebensraum für Mensch und Tier zerstört. Es kollabiert wieder ein Teil unserer grünen Lunge Wald und kann somit keinen Sauerstoff mehr produzieren. Oberösterreich verliert doppelt: Einerseits wird Wald zubetoniert und anderseits ist die vermeintliche Kompensation durch die Aufforstung der zweite Skandal. Die Aufforstung findet auf Ackerflächen statt, diese stehen also für die Lebensmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung! Wir können aber von Beton nicht abbeißen. Das ist in Wahrheit der größte Umweltskandal in Oberösterreich. Unsere Kinder werden den Naturwald irgendwann nur noch aus YouTube-Videos kennen. Wir müssen bestehende Leerstände revitalisieren und nicht neue Agrarflächen betonieren. Wie lange lassen wir uns das noch bieten? Die Leidtragenden sind unsere Kinder!“
NEOS Oberösterreich werden parlamentarische Anfrage zum Verkauf der Waldfläche einbringen
„Gerade weil Oberösterreich ohnehin schon Spitzenreiter beim Versiegeln von wertvollem Boden ist und die Gemeinde Ohlsdorf jetzt schon unterbewaldet ist, muss eine Rodung von 180.000 Quadratmetern gut begründet sein und transparent ablaufen. Es ist aber weder klar, was auf dem geplanten Betriebsgebiet passieren soll, noch warum der Betrieb genau auf diesem Gebiet gebaut werden muss. Es ist Aufgabe der Gemeinde und des Landes diese Dinge zu hinterfragen. Der Fall zeigt aber auch, dass die Raumordnungs-Novelle absolut am Ziel vorbeigeschießt und der zuständige Landesrat Achleitner Umwidmungen unzureichend hinterfragt. Wachstum und Chancen für unsere oberösterreichischen Unternehmen ist uns besonders wichtig. Gerade deshalb müssen aber Plätze für neue Betriebsgebiete klug und nachhaltig geplant werden, vor allem aber transparent - besonders wenn der betroffene Unternehmer Altbürgermeister und Ehrenbürger ist. Die Landesregierung muss unseren Unternehmern klare Rahmen vorgeben, die Sicherheit und Klarheit schaffen“, sagt NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer nach den aktuellen Berichten zum Betriebsansiedlungsgebiet in Ohlsdorf.
Die oberösterreichische NEOS-Landwirtschaftssprecherin im Nationalrat, Karin Doppelbauer, wird zudem eine parlamentarische Anfrage zum Verkauf des Waldstücks einbringen: „Die österreichischen Bundesforste AG haben den gesetzlichen Auftrag, die Schutz,- Wohlfahrts- und Erholungswirkungen des Waldes zu sichern sowie das öffentliche Interesse an sensiblen Gebieten und Naturdenkmälern zu wahren. Im Verkauf der Waldfläche mit der Option der Umwidmung, muss der ÖBf AG bekannt gewesen sein, welche Pläne die Firma Asamer auf diesem Grundstück verfolgt und dass der Verkauf unweigerlich eine Rodung des Gebiets zur Folge haben würde. Es ist daher für uns NEOS nicht nachvollziehbar, wie der Verkauf im Einklang mit dem gesetzlichen Auftrag der ÖBf, den Schutz der Natur zu gewährleisten, steht. Wir werden noch vor den Feiertagen eine parlamentarische Anfrage auf Bundesebene einbringen, die diesen Sachverhalt klären soll.“


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23.12.2021 07:28
Bodenvernichtung
Typisch wieder einmal zu sehen, dass Klimaschutz für Politik und Reiche gänzlich egal ist. Die dürfen mit unserer Umwelt machen was sie wollen. Meist handelt es sich um ältere, verbohrte Personen. Siehe auch die überhebliche Reaktion vom Bauherrn
23.12.2021 07:28
Bodenvernichtung
Typisch wieder einmal zu sehen, dass Klimaschutz für Politik und Reiche gänzlich egal ist. Die dürfen mit unserer Umwelt machen was sie wollen. Meist handelt es sich um ältere, verbohrte Personen. Siehe auch die überhebliche Reaktion vom Bauherrn