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Internationale Akademie Traunkirchen startet mit Genschere und neuer Geschäftsführung ins Jubiläumsjahr

Laserer Lisa-Maria, 12.02.2024 13:12

TRAUNKIRCHEN. Vor 15 Jahren rief der 2022 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Quantenphysiker Anton Zeilinger die Internationale Akademie Traunkirchen ins Leben. Ziel war und ist die Vermittlung von Wissenschaft vor allem an junge Menschen. Ende 2019 übergab Zeilinger die Präsidentschaft an Bernhard Jakoby. Mit Beginn dieses Jahres übernahm die Wirtschaftsinformatikerin Meral Akin-Hecke die Geschäftsführung der Internationalen Akademie Traunkirchen von Regina Radax.

Zahlreiche Besucher beim Vortrag "Pflanzenzucht mit der Genschere". (Foto: IAT/Hörmandinger)
Zahlreiche Besucher beim Vortrag "Pflanzenzucht mit der Genschere". (Foto: IAT/Hörmandinger)

Vergangenen Freitag lud die Internationale Akademie Traunkirchen als Auftaktveranstaltung im Jubiläumsjahr zum ersten öffentlichen Vortrag „Pflanzenzucht mit der Genschere“ in den Klostersaal Traunkirchen.

Mit dem 2020 durch den Nobelpreis gewürdigten CRISPR-Verfahren, der „Genschere“, können Mutationen nun an vorbestimmten Stellen in einem Gen erhalten werden. Damit steht eine neue Methode für die Pflanzenzüchtung zur Verfügung. Ihre Anwendung wird aber in Europa noch als Gentechnik reguliert, was verhindert, dass die damit erhaltenen Sorten in Feldversuchen getestet werden dürfen. Während der Einsatz von Gentechnik in Medizin, Pharmazie und Biotechnologie längst alltäglich ist, stößt die Anwendung bei Pflanzen in Österreich auf heftige Ablehnung, obwohl die Folgen des Klimawandels die Entwicklung neuer Sorten ganz besonders erfordern.

Neue Methoden in der Pflanzenzucht

Die Pflanzenforscherin und Molekularbiologin Ortrun Mittelsten Scheid vom Gregor Mendel Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erläuterte in ihrem Vortrag, wie das CRISPR-Verfahren funktioniert, was es bewirken und was es nicht bewirken kann, und warum wissenschaftliche Evidenz eine Grundlage bei den Debatten um die neuen Methoden in der Pflanzenzucht sein sollte. Das CRISPR Verfahren erlaubt systematische Untersuchungen der Genfunktionen, schnellere, präzisere und kostengünstigere Züchtungen und neue, bisher nicht erreichbare Zuchtziele. Für Mittelsten Scheid sind die Zulassungsverfahren der konventionellen Züchtung auch für CRISPR Pflanzen geeignet; sie plädiert für eine Risikobeurteilung nach den Produkteigenschaften, nicht nach der Methode der Herstellung. Sie unterstreicht, dass zusammen mit der Forschung auf anderen Gebieten das CRISPR Verfahren im Verbund mit Züchtung ein hohes Potential bietet.

Das CRISPR Verfahren ist kein Mittel, den Klimawandel aufzuhalten, sondern ein unverzichtbares Werkzeug, das Spektrum widerstandsfähiger Kulturpflanzen zu erweitern. Die Beibehaltung der restriktiven Gesetzgebung birgt das Risiko, Expertise und Märkte zu verlieren und in neue Abhängigkeiten zu geraten. Eine Aufhebung der restriktiven Gesetzgebung, wie in den gerade vom EU-Parlament angenommenen neuen Richtlinien vorgeschlagen, kann Zugang für KMUs gewähren und die Palette der Kulturpflanzen erweitern. Patentierung sollte auf die Methode beschränkt werden, aber nicht die Produkte und deren Weiterentwicklung. Mittelsten Scheid sieht die Wissenschaft in der Verantwortung, die Basis für eine faktenbasierte Debatte zu liefern, aber die Entscheidungen über die gesetzliche Regulierung liegen ganz klar bei der Politik.


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