Kinderbetreuungsengpass in Gmunden: Kontroverse um Lösungen
GMUNDEN. Zur Zeit gehen die Wogen hoch in der Gmundner Gemeindepolitik: Es geht um die Schaffung von weiteren Kinderbetreuungsplätzen, die ab Herbst zur Verfügung stehen sollen. Die für 25. April anberaumte Gemeinderatssitzung, die dieses Thema behandeln sollte, wurde abgesagt.

Demographisches Wachstum, sprich mehr Kinder und gleichzeitig Vorgaben, die Anzahl der Kinder in den Kindergarten- und Krabbelstubengruppen herabzusetzen, erfordern mehr Räumlichkeiten für Gmundens Kleinste. Längerfristige Bauvorhaben wie die Projekte „Pensionat“ und „Marienbrücke“ haben eine lange Vorlaufzeit und werden sich bis Herbst 2024 nicht mehr ausgehen. Von temporären Containern war sogar die Rede. Die Gmundner Gemeindepolitik ist nun gefordert eine rasche Lösung für das Problem zu finden, sonst drohen - laut letzter Gemeinderatssitzung - 60 Gmundner Familien im Herbst ohne Kinderbetreuungsplatz dazustehen.
Grüne: zuerst für, jetzt gegen Container-Lösungen
Nachdem die Gmundner Grünen zuerst für die Container-Lösungen stimmten, argumentieren sie nun, dass es Möglichkeiten gäbe, die günstiger und schneller umsetzbar sind als die Aufstellung von Containern, wie zum Beispiel aktuell freiwerdende Räume im Kapuzinerkloster. Diese wurden bereits für die Kinderbetreuung (Kapuzi) genutzt und können vielleicht sogar erweitert werden. Die Gemeinde befindet sich dazu nun bereits im Gespräch mit dem Land, um mögliche Anpassungen zu erarbeiten und dort ab Herbst ein bis zwei Krabbelstuben-Gruppen unterzubringen. Auch in den Räumen einer Bildungseinrichtung in Gmunden scheint es möglich zu sein, rasch eine Übergangsgruppe zu installieren. Hier ist die Überprüfung jedoch noch nicht so weit fortgeschritten und kann daher auch noch nicht genannt werden.
FPÖ, Neos und SPÖ verlangen Einberufung des Gemeinderats
Die ursprünglich für 25.April anberaumte Sondergemeinderat wurde abgesagt. Da laut den Gmundner Freiheitlichen jedoch ehestmöglich die notwendigen Entscheidungen in der noch immer ungelösten Frage der Kinderbetreuungsplätze getroffen werden müssen, habe diese beschlossen, gemäß § 45 Abs 2 Oö GemO die Einberufung eines Gemeinderates zu „verlangen“. Diese Vorgehensweise wird von den Gemeinderatsfraktionen SPÖ und Neos unterstützt.
Nun ist die ÖVP, die sich bis jetzt noch nicht klar zur Problematik positioniert hat, am Zug um gemeinsam mit den anderen Fraktionen rasch eine Lösung zu finden.


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