Miba: Engagement in China stärkt Standort Laakirchen
SHANGHAI/LAAKIRCHEN. Sich ein Bild vor Ort zu machen war das Ziel der Delegationsreise von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (VP) mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet für die oberösterreichische Wirtschaft große Chancen und sichert damit den Standort OÖ.

Innovationen und Dienstleistungen stehen in China hoch im Kurs. Namhafte Unternehmen wie Miba, Ebner Industrieofenbau, Starlim Sterner, Stiwa, Lecapell, Engel, B&R und Mark Metallwaren nutzen diese Chancen. Mit ihrem Engagement im chinesischen Markt stärken sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und sichern damit die Produktionen in OÖ. Was diese Unternehmen vereint, ist das Ziel, den lokalen Markt vor Ort zu betreuen. „Local for local“ lautet die Strategie, um schneller agieren zu können. Know-how in Sachen Automatisierung, Mobilität und Informationstechnologie ist gefragt.
Weiteres Werk in Bau
Drei Standorte mit 1.100 Beschäftigten hat Miba in China, ein weiteres Werk ist in Bau. Das erste Werk wurde 2007 in der 90 Kilometer westlich von Shanghai gelegenen Stadt Suzhou gebaut, in der 12 Millionen Menschen leben. 175 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete Miba China im Bilanzjahr 2022/23. General Manager Anthony Wang ist seit der ersten Stunde an Bord und betont, dass das Eingehen auf den chinesischen Markt das Erfolgsrezept ist. Den europäischen Weg möchte sich hier niemand aufzwingen lassen, was jedoch viele Firmen versuchen und darum scheitern.
Technologie für Windräder
Eines der großen Ziele Chinas ist, unabhängig von Energieimporten wie Gas zu werden und parallel dazu den CO2-Ausstoß zu senken. Man setzt auf Windenergie. Windparks und immer größere Windräder bieten Chancen für Miba. Monatlich 100 Gleitlager-Sets für den Einsatz in Getrieben von Windturbinen werden aktuell produziert, bis zu 250 werden es nach der Inbetriebnahme des neuen Werks sein. Der chinesische Bedarf liegt bei etwa 10.000 Stück pro Jahr.
Beziehungen intensivieren
Um die Beziehung zu China weiter zu intensivieren, unterzeichnete Landesrat Achleitner Kooperationsvereinbarungen der oö. Standortagentur Business Upper Austria mit dem Technologie- und Wirtschaftspark Su-Tong Ökopark in Nantong und der Lingang Special Area in Shanghai. „Ein wesentlicher Schwerpunkt der Vereinbarungen liegt nicht nur auf der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Diversifizierung, sondern auch auf dem kulturellen Austausch zwischen den Regionen“, betont Achleitner. Wichtig ist aus seiner Sicht, das gegenseitige Verständnis, die Zusammenarbeit und den Gedankenaustausch zu fördern.
Künftige Herausforderungen
Sorge bereitet Achleitner das Tempo, Entwicklungsabteilungen arbeiten in China in Dreierschichten: „Wir müssen um das innovativer sein, was wir teurer produzieren.“ Mit ein Grund, warum Oberösterreichs Forschungsbudget heuer erstmals die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreitet. Aber auch China steht vor Herausforderungen, unter anderem die Demografie macht zu schaffen: Bis 2100 könnte sich die chinesische Bevölkerung aufgrund der Überalterung und der Ein-Kind-Politik halbiert haben.


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