Ein Führungsspieler für Haitzendorfs junge Wilde
HAITZENDORF. Gut is“ gangen, nix is“ g“schehn – Aufatmen in Haitzendorf, nachdem der Klassenerhalt endgültig fix ist. Auch wenn er nur durch die „Hilfe von oben“ (kein Absteiger aus der Regionalliga) glückte, verdient ist er allemal, das zeigten schon die Resultate im Frühjahr.

Nach dem total verhauten Herbst mit nur vier Remis auf der Haben-Seite trug die Arbeit von Trainer Andreas Klein im Frühjahr Früchte: vor allem gegen die Großen sehr gut gespielt und mit 13 Punkten aus zwei Siegen und sieben Unentschieden auf Platz 12 der Frühjahrstabelle (Apropos Unentschieden: mit elf davon ist die Klein-Truppe der Remis-König der Liga). Alfred Traht, Sportchef des Aufsteigers, macht den vielen jungen Spielern in seinem Team keinen Vorwurf wegen des Katastrophenstarts: „Wir hatten den Sprung von der 2. in die 1. Landesliga alle unterschätzt. Aber das erste Halbjahr war sehr lehrreich.“ Die vielen Verletzungen (vor allem von Leistungsträgern) erwähnte der starke SVH-Mann in seiner Bilanz nur nebenbei. „Im Winter haben wir uns gefestigt, sind taktisch reifer geworden.“
Jetzt freut man sich auf die neue Saison, die mit den Derbys gegen die Nachbarn Krems und Rohrendorf auch wirtschaftlich interessant wird. Aus dem ersten Jahr nach dem Aufstieg will man die Lehren ziehen, ohne die Vereinsphilosophie zu verlassen. Auch weil man (finanziell) keine großen Sprünge machen kann, wissen Traht und Klein: „Uns fehlt ein Führungsspieler.“ Spruchreif ist noch nichts, zwei Wunschspieler haben schon abgesagt. Da stehen in den nächsten Wochen noch viele Verhandlungen an.
Auch der Kader muss wieder aufgefüllt werden, nach – bisher – sechs fixen Abgängen. Jener von Zweier-Tormann Dieter Pfeiffer (sechs Spiele in der Kampfmannschaft) schmerzt Traht besonders, nicht nur weil er sein Neffe ist. „Er spielte 18 Jahre bei uns, ich muss aber verstehen, dass er mit 26 auch einmal Einser sein will.“ Pfeiffer dockt in Grafenwörth an. Christopher Grilz (vier Tore in 25 Einsätzen) geht nach Kilb, Patrick Bauer (20 Einsätze/1 Tor) nach Loosdorf. Emanuel Faltl, erst im Winter vom KSC gekommen, waren die vier Einsätze im Frühjahr zu wenig, er wird mit Rehberg bzw. Weißenkirchen in Zusammenhang gebracht. Stefan Pulker kehrt nach seinem Kreuzbandriss nach Gföhl zurück, Clemens Döttl will vielleicht in Sitzenberg ein Comeback versuchen. Ersatz? „Der eigene Nachwuchs ist leider noch nicht so weit“, so Traht, der auf Spieler aus St. Pöltens Akademie spitzt.
Trainer Andreas Klein bleibt natürlich (Traht: „Wir haben den idealen Mann gefunden.“), auch KSC-Leihgabe Jaroslav Poliach wird weiter die Haitzendorfer Abwehr zusammen halten. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Torjäger Stefan Gruber (heuer „nur“ elf Tore in 21 Pflichtspielen): Nach der verkorksten Saison will er alle seine Wehwehchen auskurieren und im Herbst neu durchstarten.
Apropos Herbst: „Wir wollen uns so verstärken, dass wir nicht wieder von Anfang an in den Abstiegskampf verwickelt sind.“


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