K.I.T.T, A-Team oder Batmobil: ein Hauch von Hollywood in Grafenschlag

Katharina Vogl Katharina Vogl, Tips Redaktion, 05.10.2018 19:00 Uhr

GRAFENSCHLAG. K.I.T.T, A-Team-Van, DeLorean oder Batmobil - mitten in Grafenschlag findet sich ein Hauch von Hollywood und zwar in der gleichnamigen Garage. Versicherungsmakler Martin Hahn bastelt in seiner Freizeit an spektakulären Filmfahrzeugen. Er lernt durch sein außergewöhnliches Hobby nicht nur andere Länder kennen, sondern trifft auch auf viele Freaks und schräge Typen, wie er meint.

Wenn er morgens in die Arbeit fährt, dann nicht mit irgendeinem Auto - nein es ist K.I.T.T., der sprechende Star auf vier Rädern aus der 80er-Jahre Kult-Serie „Knight Rider“.

Er war erst ein Jahr als Versicherungsvertreter tätig, als er sich einen Pontiac Trans Am anschuf - die Verwandlung zu K.I.T.T begann. Die dafür notwendigen Einzelteile wurden überall aus der Welt zusammengesucht: „Die Motorhaube habe ich aus München, den Heckflügel aus Mexiko, die Außenhaut aus Holland, das Lenkrad sowie das Highlight, das elektronische Armaturenbrett, das ganze vier Jahre nach der Bestellung endlich eintraf, bekam ich aus Amerika“.

Funktionstüchtiges Sprachmodul, legendärer Scanner

Die Fertigkeiten für den Umbau erlangte er großteils von einem befreundeten Karosserie- und Spenglermeister, der ihn bei seinem ersten Auto tatkräftig unterstützte. „Es ist wie bei allem und jedem: wenn dich etwas interessiert, dann lernt man es schnell“, meint Martin Hahn. Stolz ist er insbesondere auf das funktionstüchtige Sprachmodul und auf den legendären Scanner vorne an der Front, den man auch aus dem Film kennt.

Vier Jahre lang bastelte er an seinem ersten Auto, wobei er von überschaubaren Kosten von rund 20.000 Euro spricht. „Viermal musste ich mit ihm zur KFZ-Prüfstelle bis die Typisierung durchging“, lacht er. Natürlich könne man noch Flammenwerfer, Nebelmaschine oder gar Schleudersitz einbauen, allerdings kam ihm bereits das nächste Projekt in die Quere: der A-Team-Van.

Filmauto Nummer zwei

Der GMC-Van mit V8-Motor samt cooler Optik hat es ihm angetan: unten schwarz und oben metallisch grau lackiert, getrennt durch einen roten Streifen, dazu ein gewaltiger Dachspoiler, nicht minder auffällige Felgen, etliche Zusatzleuchten sowie der bullige Rammbügel an der Front. „Der ist einfach geil, ideal zum Campen, auf Festivals brauche ich kein Zelt mit und auch für Hänger ist er optimal“, freut sich Martin Hahn. Übrigens das einzige Fahrzeug, das er aus Österreich bezog. Den Rammbügel hat er selber geschweißt, mit Hilfe von Fotos als Vorlage. Kaum waren die zwei Filmautos fertig, kam das Non plus Ultra.

Non plus Ultra: Batmobil

„Als ich im Kindergarten war, war 1989 gerade der Film Batman aktuell und das dortige Batmobil war natürlich das Highlight für uns Burschen - das hat sich bis heute nicht geändert“, grinst Martin Hahn. Er stieß auf drei Anbieter, die die dementsprechenden Bausätze verkaufen, gleich zwei erstand er. Zwei Jahre lang arbeitete er nur an der Karosserie, die „elendiglich verzogen war“. Das sieben Meter lange und 2,40 Meter breite Gefährt ist praktisch sein Meisterstück, hat er es doch nahezu alleine auf die Beine gestellt.

Funktionstüchtiger Flammenwerfer

Bei einem Besuch in den Warner Bros. Filmstudios in Los Angeles nahm er sich ein Beispiel am Original und zeichnete den dortigen Flammenwerfer des Batmobils ab. Dieser ist mittlerweile übrigens funktionstüchtig und kommt bei vielen Events zum Einsatz, ein weiteres absolutes Highlight ist der Innenraum: „Mein Batmobil ist das weltweit einzige, dass einen original Innenraum von Warner Bros. hat, das macht es schon extrem kostbar.“

Auf die Frage, was es denn wert wäre, meinte Hahn: „So ein Auto gibt man nicht her - aber ich weiß, dass sie bei Versteigerungen mit bis zu 150.000 Dollar gehandhabt werden“, allerdings ohne seinen exklusiven Innenraum.

Nur vier Batmobile gibt es insgesamt in Europa, eines in Schweden, das andere in London, das nächste in Frankreich und eben jenes in Grafenschlag. „Wir kennen uns alle untereinander in der Szene.“

Verständnisvolle Partnerin

2014 erwarb er den DeLorean, das berüchtigte „Zurück in die Zukunft“-Auto, von einem Sammler aus Los Angeles und bereitete damit seiner Freundin eine besondere Überraschung: „Wir waren im Urlaub und ich meinte, ich müsse nur ein paar Reifen holen, auf einmal fuhr der Stapler im Bremer Hafen vor und brachte das Auto, Johanna hat das damals nicht so lustig gefunden“, lacht er. Als 1992er Jahrgang war ihr „Zurück in die Zukunft“ nicht geläufig, nach ein paar Filmabenden aber „verstand sie mich dann etwas besser“, grinst Hahn.

Johanna unterstützt die Leidenschaft ihres Partners, zumindest bis zu einem gewissen Grad: „Natürlich hat es auch Momente gegeben, wo ich mir dachte, das nimmt überhaupt kein Ende. Aber auch ich bin nächtelang vor Events mit ihm in der Werkstatt gestanden, habe gekittet, geschliffen und geschweißt. Ich finde sein Hobby vor allem deswegen toll, weil wir so viel herumkommen und sehen“, meint Johanna. Nicht nur das, oft steht die bald zweifache Mama ihm auch als verkleidete Filmheldin zur Seite, so zum Beispiel als Batwoman. Gerade eben sind sie von einer Ausfahrt mit dem Batmobil aus der Schweiz heimgekommen.

„Wir haben sehr viele Anfragen und könnten jedes Wochenende wohin fahren, allerdings ist mir viel wichtiger als das Geld für die Auftritte - den Spaß daran zu bewahren“, betont Martin Hahn. Nichts desto trotz komme er durch sein Hobby viel herum.

Ghost-Busters, Batboat, Batpod

Nachdem 2015 eines der seltensten Filmfahrzeuge der Welt, das Ghostbusters-Auto zu seiner Sammlung hinzukam, erwarb er weiters noch das Batboat von einem Drogendealer in Belfast, dessen Wertsachen versteigert wurden. Auch das Batpod, das bekannte Motorrad aus dem Film „The Dark Knight“ ist mittlerweile in seinem Besitz.

Noch ist nicht Schluss: Nachdem sein 89er Batmobil als „das“ Zugpferd gilt, möchte er noch weitere Modelle aus den besagten Filmen bauen, darunter etwa das 66er Batmobil. „Damit bin ich sicher die nächsten 15 Jahre ausgelastet“, lacht Martin Hahn.

Beruflich von Vorteil

Eigentlich war es nie sein Ziel, mit seinem Hobby bekannt zu werden, ein paar Facebook-Fotos machten aber schnell die Runde. Von Event-Veranstaltern bekommt er mittlerweile weltweit Anfragen.

Und die Präsenz im Zuge seines Hobbies sowie seine PS-starken Erkennungsmerkmale verschaffen ihm auch berufliche Vorteile, schließlich gäbe es „Versicherungsvertreter wie Sand am Meer!“

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