Wenn Gesteinsbrocken durch die Luft fliegen: Steinbruch-Anrainer in Angst vor Sprengungen

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Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 25.02.2020 19:00 Uhr

GREIN. Das Haus der Familie Kranzer vulgo Eder liegt benachbart zum Steinbruch in Dornach, der seit Ende der 90er von der Baufirma Fürholzer aus Arbing betrieben wird. Laut den Anrainern kommt es immer wieder zu Zwischenfällen bei Sprengungen.

Stefanie Leppers und ihr Mann möchten den Hof ihrer Eltern, der Familie Kranzer, gerne übernehmen. Das Haus wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Oberbergen errichtet. Auch den benachbarten Steinbruch gibt es inzwischen bereits seit fast einem halben Jahrhundert. Seit der Steinbruch von der Firma Fürholzer übernommen wurde, komme es immer wieder zu Problemen.

„Im September wurde unser Grund regelrecht von Gesteinsbrocken übersät. Die Sprengung fand auch außerhalb der offiziellen Sprengzeiten statt und es wurde auch kein Warnsignal abgegeben. Es ist ein Zufall, dass niemand im Freien war, sonst wäre es zu einem Personenschaden gekommen“, so Stefanie Leppers im Tips-Gespräch.

Nach Vorfall im September Auflagen verschärft

Nach dem besagten Vorfall hat die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde den Sprengbetrieb eingestellt. Es wurde ein Sachverständigengutachten erstellt. Demnach seien im Gestein Störungen gewesen, die für den Sprengmeister nicht vorhersehbar gewesen seien. Auf Basis dieses Gutachtens wurden die Auflagen verschärft und der Sprengbetrieb wurde wieder genehmigt.

Leppers bekritelt: „Es gab schon immer Auflagen, aber die werden halt nicht immer eingehalten. Wer schaut denn drauf, dass das auch gemacht wird?“ Fast jedes Jahr würde es zu Schäden kommen. „Wir wollen Kinder hier aufziehen und haben natürlich Angst, dass einmal was Schlimmeres passiert. Es wird zwar immer bedauert, aber uns sind eigentlich die Hände gebunden, denn Konsequenzen gibt es keine. Und wenn es zu Schäden kommt, müssen wir auch immer kämpfen drum, dass die Versicherung das bezahlt. Wir sind wirklich verzweifelt.“

Laut Bezirkshauptmannschaft wurde bei Beschwerden immer reagiert. „Wenn eine Eingabe gemacht wurde, dann haben wir uns das bei einem Lokalaugenschein immer genau angeschaut. Und der Betreiber hat die Auflagen auch immer ohne Diskussion angenommen. Natürlich können wir aber nicht bei jeder Sprengung vor Ort sein. Da sind wir angewiesen drauf, dass es gemeldet wird, wenn etwas nicht ordnungsgemäß abläuft“, so Bezirkshauptmann Werner Kreisl.

Bürgermeister Barth: „Schutz der Menschen muss oberste Priorität haben“

Auch Bürgermeister Rainer Barth kennt die Problematik seit Jahren. „Natürlich muss der Schutz der Bewohner am meisten zählen. Es ist wichtig, dass die Auflagen eingehalten werden. Wir sind in Gesprächen immer um eine Lösung bemüht, aber die Sache ist nicht ganz einfach. Ich verstehe die Unsicherheit der Familie, aber natürlich muss man sich auch in die Lage des Unternehmers versetzen. Man kann nicht sagen, dass sich die Firma Fürholzer nicht an die Auflagen hält.“

Stefanie Leppers und ihre Familie erhoffen sich, dass ihre Ängste nun wieder ernster genommen werden: „Wir sind froh, wenn jetzt wieder genauer hingeschaut wird. Es gibt die Auflagen seit Jahrzehnten, aber wir haben oft den Eindruck gehabt, dass das keinen interessiert.“

Bauunternehmer Karl Fürholzer wollte zur Sache auf Anfrage von Tips keine Stellungnahme abgeben. Die Auflagen habe seine Firma immer eingehalten, mehr sei nicht zu sagen.

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