Lesergedicht "Qual der Wahl"
HEILIGENBERG. Autorin Margit Sandberger aus Heiligenberg hat sich Gedanken über den Wahlsonntag gemacht und ein Gedicht dazu verfasst.

In vergångene Zeit´n håm de Leit demonstriert, daß zur Wåhl geh derf´n - gråd für Frauen wårs kompliziert.
Heitzutåg nehman vü des Wåhlrecht nimma ån, a Wurschtigkeitsg´fühl g´spiart ma oft - bei Frau und beim Månn.
Wås änderts? Wås hüfts? Wås kånn ma åls Einzelner scho tuan? So håt scho öfter wer des Interesse an der Politik verlurn.
Parteien wåchsen aussa wia d`Schwammerl nåch´n Reg´n. A jede verspricht: „Nua wir kinnan wås beweg´n!“
Gråd jetzt siagt ma an Schilder-Wåld - Plakate ohne Zåhl, jede Person drauf grinst freindlich und säuselt: „Probiers mit uns amoi!“
De Abkürzungen auf de Plakate - so denk i ma oft, san länger åls de Åmtszeiten de vorher werden erhofft.
A Dschungel – a riesiger, net zum Durchschau´n: Wen kånn ma wählen? Wem kånn ma vertraun?
Hängts wirklich åb vom Geschenk, vom Wåhlzuckerl går? Håt a Partei bessere Feierzeig und Kulis - san dånn eahnane Versprechen wåhr?
A Glåskugel zum einischaun - des wär ma recht in dera Zeit, dånn wissat i, wer nåchher a zu seine Worte steht oder wen´s dånn nimma g´freit.
Wer setzt sich ei für d`Leit und hålt, wås er verspricht? Wer vo de Grinser håt des ehrlichste Gesicht?
A wichtige Entscheidung - a Kreizal mit der eigenen Courage beim Wähl´n, dånn muaß ma sich hinterher net mit dem Såtz „Hätt i doch...“ quäl´n.


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