Gallspachs Alt-Bürgermeister hat Liedgut aus der Familie für Nachwelt bewahrt
GALLSPACH/OFFENHAUSEN/GUNSKIRCHEN. Ein aus der Region stammendes Krippenlied aus dem 19. Jahrhundert wurde vor dem Vergessenwerden bewahrt. Rolf Scharinger, Volker Derschmidt und dem Kirchenchor Offenhausen ist es zu verdanken, dass es aufgeschrieben und aufgeführt werden konnte.

„Los mei Nachbar, was i da sag, was i heut für an Traum ha g'hat“ – ein Krippen- und Hirtenlied mit diesem Text wird in der Familie des ehemaligen Gallspacher Bürgermeisters und Grieskirchner Hauptschuldirektors Rolf Scharinger schon seit fünf Generationen gesungen. Es ist sonst aber niemandem bekannt und er weiß auch nicht, wie alt es genau ist und woher oder von wem es stammt. Scharinger hat es als Kind von seiner 1891 geborenen Großmutter Aloisia Scharinger gelernt, diese wiederum von ihrem Vater Johann, der ursprünglich aus Meggenhofen stammte. So dürfte es bestimmt 150 Jahre alt sein, wie Scharinger schätzt. Vergessen hat es der 78-Jährige nie, auch wenn er es sonst nirgendwo gehört oder entdeckt hat. Dass sich das einmal ändern sollte, war ein jahrelang gehegter Wunsch.
Zu Weihnachten 2023 konnte es nun aufgeführt werden – vom Kirchenchor Offenhausen in der dortigen Pfarrkirche. Chorleiterin Margit Silber und Scharinger sind zuvor im Wirtshaus ins Gespräch gekommen und es entstand die Idee, das Lied öffentlich zu singen. Leider gab es keine Noten, lediglich eine 50 Jahre alte Tonaufnahme, die Scharinger einst von seiner Großmutter und ihren Geschwistern machte, war vorhanden.
So bat Scharinger den Volksmusik-Experten Volker Derschmidt aus Gunskirchen um Hilfe. Der hat anhand der Aufnahme einen vierstimmigen Satz geschrieben. Auch Tipps für eine Instrumentierung hatte der 89-jährige Volksmusikant parat. „Den Leuten hat das Lied sehr gefallen. Ich bin gerne bereit, die Noten auch an andere Chöre weiterzugeben“, fügt Scharinger hinzu.


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