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Gelernter Mostschädel zelebriert in Grieskirchen mit Landessäure Erlebnis für alle Sinne

Helmuth Wimmer, 15.04.2026 09:18

GRIESKIRCHEN. Hans Gessl ist weithin als „Wetter-Hans“ bekannt. Was viele nicht wissen: Er ist auch ein gelernter Mostschädel. Jetzt will er dem Most mit einem neuen, zeitgemäßen Format einen neuen Klang geben. Am Sonntag, 26. April , um 14 Uhr, lädt er zum „ALLEE*LUJA“, zum Mostbirnbliah-Wetterspaziergang entlang der St. Georgener Allee.

Mostschädel Gessl lädt zur Spaziergang mit musikalischer Mostkost (Foto: Gessl)
Mostschädel Gessl lädt zur Spaziergang mit musikalischer Mostkost (Foto: Gessl)

Wenn einer dem Most eine Bühne geben kann, dann er: Eine Legende besagt, man habe ihm bereits mit vier Jahren den Mostkrug verstecken müssen.

In den vergangenen 50 Jahren hat Gessl mit originellen Ideen immer wieder für Aufmerksamkeit rund um die Mostkultur gesorgt. Nun setzt er in seinem siebten Jahr als Wetterspaziergänger einen neuen, kreativen Akzent.

Die Mostkost der anderen Art soll ein Erlebnis für alle Sinne werden. Treffpunkt ist um 14 Uhr bei der Dreifaltigkeitskapelle am östlichen Beginn der Allee. Da es vor Ort keine Parkmöglichkeiten gibt, werden Besucher gebeten, beim Freibad oder am Billa-Parkplatz an der Fernstraße zu parken und zu Fuß zur Kapelle zu kommen.

Allee mit 365 Bäumen

Hoch über Grieskirchen erstreckt sich eine Allee mit 365 Bäumen – im Volksmund auch „St. Georgener Allee“ genannt. Für Gessl ist jeder dieser Bäume einem Wetterheiligen gewidmet und damit Inspiration für seine ganz eigene Mischung aus Naturbeobachtung, Humor und Volksweisheit.

Bei der musikalischen Publikums-Mostkost sollen Farbe, Geruch, Geschmack und Geist den Weg zum besten Most weisen. Junge beziehungsweise jung gebliebene Mostmacher aus der Region präsentieren ihre Produkte. Auch Gäste dürfen eigene Moste zur Verkostung mitbringen. Am Ende der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, Moste direkt zu erwerben.

Musikalische Begleitung

Für die passende Stimmung sorgt musikalische Begleitung während des gesamten Spaziergangs. Und wer eine originelle Bauernregel parat hat, wird von Gessl persönlich mit einem „Prix Kikeriki“ ausgezeichnet.

Der Wetterspaziergang ist mehr als ein geselliges Beisammensein: Themen wie „Most als Klimabote“, Wege zur Wetterelastizität oder die Bedeutung von Pflanzen als „unbestechliche Wetterfühler“ geben Denkanstöße – stets mit einem Augenzwinkern und viel Leidenschaft für Natur und Tradition.

Die Wurzeln dieser Leidenschaft liegen bei Gessl tief in der Familiengeschichte.

Unendlicher Erfindergeist

„Mein Vater, der eigentlich ein Künstlertalent war – Kunstmaler, Zeichner, Schreiber, Redner und ein Mensch mit unendlichem Erfindergeist –, war im Krieg in Gefangenschaft in der französischen Champagne, wo er den Sekterzeugern über die Schultern schaute. Nach dem Krieg musste er das Bauernhaus übernehmen, weil sein älterer Bruder gefallen war. Mit einem kreativen Geistesblitz entwickelte er gemeinsam mit seiner tatkräftigen Frau eine neue Zukunft rund um den Most. Mit selbst gebauten Geräten stellte er Mostsekt her und bot ihn als erster Aussteller mit einem Mostwagen auf der Welser Messe an. Er war auch der Erste mit einem Moststand auf dem Welser Wochenmarkt“, sagt Gessl.

Most-Philosophie

Mit selbst gebauten Geräten entwickelte sein Vater Mostsekt, gründete eine Lohnpresserei und belieferte jahrzehntelang den Handel mit Qualitätsmost. Trotz seines frühen Todes blieb sein Wirken prägend. „Leider hat sich mein Vater gesundheitlich stark verausgabt. Er starb 1979 mit 49 Jahren, und mein Bruder Franz, der eine Fachausbildung in der Schweiz machte, musste von heute auf morgen den gesamten Betrieb übernehmen. Gemeinsam mit unserer Mutter und seiner Ehefrau Ingrid führte er dieses kleine Mostimperium bis vor einigen Jahren erfolgreich weiter. Nun ist die Gessl-Most-Philosophie Geschichte, aber sie hat viele Impulse rund um den Most in die Welt gesetzt. Gessl und Most werden immer als Qualitätsbegriffe miteinander verbunden bleiben“, erklärt Gessl. Zu seiner Person sagt er: „Vom Vater habe ich den kreativen Geist und von der Mama die Kraft des Umsetzens.“

Die musikalische Mostkost mit Spaziergang dauert circa drei Stunden, ist kindgerecht und auch für Hundebesitzer geeignet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Infos

Informationen gibt es unter www. vitalwelt.at/wetterspaziergang

oder unter 07248 64788. „Kreative Musiker aller Musikrichtungen mit mobilen Instrumenten sind herzlich eingeladen, die mobile Mostkost mitzugestalten, damit Farbe, Geruch, Geschmack und Geist der verschiedenen Moste für die Teilnehmer noch stimmiger werden“, sagt Gessl.


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