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Josef Krempl: Bedeutender Mundartdichter aus Obertrattnach

Helmuth Wimmer, 09.05.2026 10:00

TAUFKIRCHEN/TRATTNACH. Einer der bekanntesten Söhne der Gemeinde ist der Mundartdichter Josef Krempl. Er wurde am 11. Februar 1862 im „Schneiderhäusl“ in Obertrattnach geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf.

Gedichtband "Meine Landsleut" von Krempl (Foto: Tips)
Gedichtband "Meine Landsleut" von Krempl (Foto: Tips)

Seine Kindheit war geprägt von Armut und einer schwierigen Familiensituation als Stiefkind unter vielen Geschwistern. Dennoch galt er als besonders begabter Schüler.

Nach Stationen in Gaspoltshofen und Steyr erlernte Krempl das Malerhandwerk und ging auf Wanderschaft durch Europa. Neben seiner beruflichen Tätigkeit entdeckte er früh seine Leidenschaft für die Literatur. Erste Erfolge feierte er mit humoristischen Gedichten und dem Mundartstück „Der Gottlose“, das in Steyr und Linz aufgeführt wurde.

Meine Landsleut

Ab 1901 lebte Krempl in Linz, wo er als Redakteur der Wochenzeitung „Deutscher Michel“ tätig war. Sein Feuilleton machte ihn regional bekannt, ebenso sein Gedichtband „Meine Landsleut“ (1903). Trotz dieser Erfolge geriet er immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten. Ein eigenes Zeitschriftenprojekt („Deutscher Humor“) scheiterte, woraufhin er zeitweise seinen gesamten Besitz verlor.

Die folgenden Jahre waren von Not geprägt: Krempl zog als Buchverkäufer durchs Land, lebte zeitweise in Graz unter ärmlichen Bedingungen und kämpfte mit gesundheitlichen Problemen. Auch ein späterer Versuch, in Wien Fuß zu fassen, brachte keinen dauerhaften Erfolg.

Kurz vor seinem Tod keimte noch einmal Hoffnung auf – durch eine Funktion im Reichsbund der Mundartdichter und die Aussicht auf eine feste Anstellung. Doch dazu kam es nicht mehr. Er starb am 4. April 1914 und ist am Wiener Baumgartner Friedhof beerdigt.

Humor und Heimat

Josef Krempl hinterließ ein Werk, das trotz aller Widrigkeiten von Humor, Heimatverbundenheit und sprachlicher Kraft zeugt – und ihn als bedeutenden Vertreter der oberösterreichischen Mundartdichtung in Erinnerung hält.

Im Juli 1931 fand in Taufkirchen eine glanzvolle zweitägige Kremplfeier statt. Eine Gedenktafel sowie eine Hochreliefbüste des Bildhauers Furthner aus Zell an der Pram wurden am Geburtshaus in Obertrattnach angebracht. Seine Tochter Marianne Lang-Krempl war dabei anwesend.

Das Geburtshaus wurde mittlerweile wegen Baufälligkeit abgerissen. Bei der Volksschule erinnert ein Sgraffito an der Fassade an den Literaten sowie ein Gedenkstein mit der vom Geburtshaus abgenommenen Gedenktafel. In Linz ist eine Straße nach ihm benannt.

Der Gedichtband „Meine Landsleut“ kann am Marktgemeindeamt um 13 Euro erworben werden. 


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