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„Stanglpuch“- Ernst Lugmayr schrieb Hommage an Grieskirchner Originale

Sabrina Lang, 04.06.2018 13:15

GRIESKIRCHEN/TOLLET. Als „Original“ wird umgangssprachlich jemand bezeichnet, der sich meist in liebenswerter Weise durch Besonderheiten und Fähigkeiten von seinen Mitmenschen unterscheidet. Genau mit solchen Originalen hat sich Ernst Lugmayr in seinem neuen Buch „Stanglpuch“ beschäftigt. Er wagt dabei einen Blick in die Vergangenheit der Stadt Grieskirchen und stellt ein Moped in den Mittelpunkt seiner Geschichte.

Ernst Lugmayr widmet den Grieskirchner Originalen ein Buch. Foto: LangS
Ernst Lugmayr widmet den Grieskirchner Originalen ein Buch. Foto: LangS

Menschen, die keinen gewöhnlichen Lebenslauf hatten, die sich von anderen unterschieden, vielleicht auch nicht immer auf der Gewinnerstraße unterwegs oder gesellschaftlich weniger integriert waren und dennoch die Stadt Grieskirchen und ihre Geschichte mitgeprägt haben – diese Menschen spielen die Hauptrolle im neuen Buch von Ernst Lugmayr. „Heute findet man solche Menschen in der Stadt nicht mehr. Deshalb wollte ich jene, die einzigartig waren, in meinem Buch wieder in Erinnerung rufen“, erklärt Lugmayr.

Ein Moped im Mittelpunkt

Mit dem Puch-Moped am Cover wird der Hauptakteur skizziert. „Meine Hauptperson im Buch war immer mit einem Moped unterwegs“, erklärt der Autor. Die Geschichten spielen von den 1970er Jahren an bis heute. Es beschreibe laut Lugmayr inhaltlich die Zeit, als es in Grieskirchen noch viele gemütliche Wirtshäuser gab und die Stadt ein eigenes Kino hatte (Paula Wokac führte das Lichtspieltheater mit viel Engagement bis in die 80er Jahre, Anm.). Damals sorgte auch noch die Gendarmerie für Recht und Ordnung. Die Amtsräume dafür waren im Bezirksgericht untergebracht. Damals gab es eine kleine Druckerei in der Stadt, den Landesverlag, und der Karbrunnen stand im Zentrum des Kirchenplatzes, umgeben von Bäumen. In dieser Zeit gab es auch das alljährliche „Rot Kreuz Fest“ am Sportplatzgelände, das den Charakter eines Volksfestes hatte. Ein Installateur-Lehrling aus dem Bezirk hatte es dort einmal mit einem ungewöhnlichen Auftritt im Festzelt zu einem regionalen Bekanntheitsgrad geschafft. „Er öffnete unter tosendem Applaus der Gäste aus einer Kiste die verschlossenen Kapseln der Bierflaschen mit seinem linken Eckzahn. Die Hauptperson in meinem Buch konsumierte den Gerstensaft allerdings nach Öffnung einer Flasche lieber selber und zwar auf einem der Rastbänke im Schatten der Bäume rund um den Karbrunnen. Mit seinem Moped, einem sogenannten ,Stanglpuch“ (MS 50), drehte der Mann für gewöhnlich seine Runden, sowohl in der Stadt als auch auf den Straßen des Hausruckviertels. Dabei brachte er einmal durch ein unglückliches Lenkmanöver sogar den Güterzug zum Stehen“, erzählt der Autor.

Außergewöhnliche Lebensgeschichten

Insgesamt schmücken die Geschichten von zehn Grieskirchner Originalen das Buch aus. Lugmayr beschreibt die oft tragischen Geschichten der Menschen mit Anlass zum Schmunzeln. „In der Tragik und dem Scheitern liegt trotzdem oft ein Stück Humor“, so Lugmayr. Diese Lebensgeschichten finden Platz in Lugmayrs Buch, denn genau diese Menschen sollte man nicht vergessen. „Über erfolgreiche Menschen liest man eh so viel. Jeder Mensch ist etwas Besonderes, auch wenn er gescheitert ist oder es nicht einfach im Leben hatte“, so der Autor.

Lugmayr“s 107 Seiten umfassendes Werk gibt es um 15 Euro in der Buchhandlung.

Buchpräsentation

Freitag, 22. Juni, 19 Uhr

Pilsnerei der Brauerei Grieskirchen,

Eintritt frei


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