Corona und die Kultur: „Die Perspektivenlosigkeit ist das Furchtbare“

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Schauspieler Fritz Egger vor den Toren des Theater Meggenhofen, die heuer geschlossen bleiben. Foto: LangS
Sabrina Lang, Leserartikel, 20.05.2020 12:19 Uhr

GRIESKIRCHEN/MEGGENHOFEN. Der Kunst- und Kultursektor ist von den Maßnahmen gegen die Corona-Krise mit am stärksten betroffen: Keine Auftritte, keine Veranstaltungen, kein Einkommen. Erste Lockerungen und die Möglichkeit für Veranstaltungen wurden von der Bundesregierung bekannt gegeben - aber helfen diese der Künstler-Branche aus der Krise? Tips hat mit dem Grieskirchner Schauspieler und künstlerischen Leiter des Theater Meggenhofen Fritz Egger gesprochen.

Tips: Wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Kultur-Bereich aus? Wie ist es derzeit ohne Aufträge leben zu müssen?

Fritz Egger: Bis jetzt war gar nichts mehr möglich, kein Theater, keine Dreharbeiten. Ich bin seit Mitte März ohne Arbeit, aber so wie mir geht es Hunderten. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich eine Zeit lang über die Runden kommen, da ich Rücklagen habe. Aber viele haben das nicht und sind jetzt am Existenzminimum.

Werden die Besucher nach den Lockerungen gleich wieder kommen?

Die einen werden sagen: lieber noch nicht. Die anderen sind euphorisch und lechzen danach endlich wieder wo hin gehen zu dürfen.

Was kritisieren Sie an den Maßnahmen der Bundesregierung?

Ich habe schon ein bisschen Verständnis für die Politiker und die Wahnsinnsentscheidungen, die sie für tausende Menschen treffen müssen. Aber sie haben viel zu spät angefangen Experten ins Boot zu holen. Wenn die Vorgabe zehn Quadratmeter pro Zuschauer ist, dann braucht man einen Mathematiker und dann einen Wirtschafter, der sagt, das sich das nicht rechnen kann. Viel Kritik war überzogen, aber wenn man in der Not ist und wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, schreit man nach einem Rettungsring. Natürlich ist das Publikum im Theater auf engem Raum zusammen, aber wenn man sieht wie sich die Menschen in Baumärkten drängen, dann fragt man sich: warum dürfen die und wir nicht. Die Perspektivenlosigkeit ist das Furchtbare. Die Unsicherheit zermürbt irgendwann.

Wie bewerten Sie die neuen Maßnahmen und Lockerungen?

Mit der zehn Quadratmeter-Regel bräuchten wir mit unseren 400 Plätzen eine Halle mit 4000 Quadratmeter. Unser Theater lebt auch von der Geselligkeit, vom Essen und Trinken. Dürfen wir das? Darf man servieren? Ich hätte mir mehr Informationen erwartet.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Die Politiker mögen immer das Maß halten wie viel Eigenverantwortung den Menschen zuzutrauen ist. Sie können gerne etwas Verantwortung abgeben. Mein Wunsch ist, bald wieder arbeiten zu können aber das liegt nicht an der Politik, sondern an diesem Quälgeist Covid.

War Rücktritt von Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek richtig?

Aus ihrer Sicht ja, bei so vielen Anfeindungen. Ab nur weil man sich als EU-Politikerin bewährt hat, muss man nicht für alle anderen Bereiche geeignet sein. Dennoch: auch in der Schauspielerei heißt es: man muss keinen getötet haben, um einen Mörder spielen zu können. Das ist aber kein ganz ernst zu nehmender Vergleich.

Wie geht es im Kunst- und Kulturbereich weiter?

Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, allen Verschwörungstheoretikern sage ich: wir werden zur Normalität zurückkehren, es wird keine neue Normalität sein, sondern eine gute, alte, neue Normalität. Und vielleicht findet ja jeder etwas davon, dass er für sich selbst aus dieser Zeit mitnehmen kann.

Wie geht es mit dem Theater Meggenhofen weiter?

Das gesamte Programm, insgesamt 22 Veranstaltungen, wurde auf 2021 verschoben. Die für heuer geplante Aufführung der Eigenproduktion Brandner Kasper findet am 5. Juni 2021 statt. Die gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit. Ich bitte sie nicht zurückzugeben, sondern nächstes Jahr einzulösen. Es ist heuer mein zweites Jahr als künstlerischer Leiter des Theaters. Das traurigste ist für mich: Voriges Jahr konnte ich viele tolle Abende anmoderieren und heuer muss ich vor die Kamera treten und das ganze Programm absagen.

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