Natternbacher Bürgerinitiative bringt Petition gegen Kunstrasenplatz ein
NATTERNBACH. Eine Gruppe von Natternbachern hat sich gegen einen geplanten Kunstrasenplatz formiert und will diesen mit aller Kraft verhindern. Eine Petition an das Land Oberösterreich soll, so hofft man, die Entscheidungsträger noch zum Umdenken bewegen.

„Wir haben einen Trainingsplatz in Natternbach, der in Ordnung ist und wir brauchen und wollen keinen neuen Platz im Ort“, lautet die Meinung der Gegner des Kunstrasenplatzes. 451 Unterschriften sammelte die Natternbacher Bürgerinitiative gegen den Platz um ein Zeichen zu setzen. „Das zeigt uns, dass 451 Natternbacher keinen Kunstrasenplatz wollen und brauchen“, so die Beteiligten. Jetzt will man mit einer Petition ans Land OÖ noch eines draufsetzen.
Sand statt Kunststoffgranulat
Aufgrund von neuen Verordnungen des Landes OÖ wonach klassische Kunstrasenplätze mit Kunststoffgranulat nicht mehr gefördert werden, plant man stattdessen einen mit Sand befüllten Platz. Dieser ist teurer, die Förderquote liegt aber bei cirka 50 Prozent. Die Vertreter der Bürgerinitiative bezweifeln allerdings eine bessere Umweltverträglichkeit, da es ihrer Meinung nach auch hier zu zu viel Abrieb von Kunststoff käme.
Grundtausch für Erweiterung von Naturresort
Der bisherige Trainingsplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des IKUNA Naturresort. Für eine mögliche Erweiterung des Naturerlebnisparks werden Gründe benötigt und so gab der Gemeinderat grünes Licht, den Trainingsplatz durch eine grüne Wiese neben dem Haupt-Fußballfeld einzutauschen. Auf dieser soll der neue Kunstrasenplatz errichtet werden, der schließlich auch von Mannschaften umliegender Vereine genutzt werden könne. Laut ersten Informationen will man bei IKUNA bereits im Herbst mit dem Ausbau beginnen. Ein Baustart für den Kunstrasenplatz ist derzeit noch nicht in Sicht.
Angst vor Hochwasser
In ihrer Petition an das Land bringt die Bürgerinitiative unter anderem vor, dass sich der geplante Kunstrasenplatz im Überschwemmungsgebiet des vorbeifließenden Natternbachs befinde. Man befürchtet, dass durch die Aufschüttung für die Erbauung des Platzes ein großer Retentionsraum bei Hochwasser verloren geht. Diesen Retentionsraumverlust müssten die Grundanrainer mittragen, indem ihre Liegenschaften noch mehr von Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen würden, so die einhellige Meinung der Gegner.“Wir haben Angst vor Hochwasser und Überschwemmungen, wir befürchten eine Abwertung unserer Häuser, unsere Lebensqualität geht verloren“, fassen die Anrainer ihre Befürchtungen zusammen. Diesen Ängsten entgegnet Bürgermeister Josef Ruschak (ÖVP): „Es gab ein Gutachten was die Hochwassersituation betrifft. Es wurde festgestellt, dass es hier keine Probleme gibt und die Anrainer nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen werden als sonst“. Man wolle keine dauernde Licht- und Lärmbelästigung speziell am Abend, heißt es von der Initiative, und weiter: „Es ist einfach zu wenig Platz und das Feld passt hier nicht her“. FPÖ-Gemeinderat und Sportausschuss-Obmann Johann Humer sieht die Pläne für den Kunstrasenplatz ebenfalls kritisch: „Natur, Sport und Anrainerinteressen gehören in Einklang gebracht und das ist derzeit in Natternbach nicht der Fall. Da gehört eine Lösung gesucht“, so Humer.
Konsens finden
Bürgermeister Ruschak ist es ein Anliegen einen Konsens finden, damit der Platz umgesetzt werden kann: „Wir haben versucht Störungen aus der Welt zu räumen. Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen, damit es möglich ist“. Zurzeit warte man auf den Wasserrechtsbescheid. „Es ist ja nicht so, dass uns die Umwelt nicht interessiert, sondern es sollte ein Weg gefunden werden Rücksicht zu nehmen und es in gutem Einvernehmen umzusetzen. Das ist uns bisher teils gelungen, teils auch nicht“, so der Bürgermeister.


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