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WAIZENKIRCHEN. Ein eisiger Wind blies durch die Waizenkirchner Ortschaft Stillfüssing, heiß hingegen war das Thema, das an diesem Abend cirka 150 Menschen vor dem vieldiskutierten Soldatengrab versammelte. Mit einer Mahnwache anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wollte man ein klares Zeichen gegen ein reales Problem in Österreich setzen: Dem Rechtsextremismus.

  1 / 3   Plakaktiv wurde bei der Mahnwache in Stillfüssing darauf aufmerksam gemacht, dass die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg niemals vergessen werden dürfen. Foto: LangS

Vor einem halben Jahr ist die Diskussion über das Soldatengrab in Stillfüssing neu entbrannt (Tips hat berichtet). Am 4. Mai 1945 kamen bei Gefechten mit amerikanischen Truppen 13 Soldaten der Waffen-SS, der verbrecherischen Organisation des NS Regimes, ums Leben und wurden in Stillfüssing bestattet. Seither war die Stätte immer wieder Anlaufpunkt für Rechtsextreme. Mit der Mahnwache, die vom Mauthausen-Komitee, der SPÖ Grieskirchen/Eferding, der Grünen OÖ, der Israelitischen Kultusgemeinde und zahlreichen weiteren Organisationen durchgeführt wurde, wollte man ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen.

Zusatztafel gefordert

Im Fall von Stillfüssing wird auch eine Zusatztafel gefordert, die klar auf die Verbrechen der Waffen-SS hinweist. „Für uns ist klar, es ist ein Grab und soll es auch bleiben. Es geht nicht um die 13 Soldaten, denn ihre Biografie ist heute nicht mehr nachvollziehbar, aber es darf nicht verschwiegen werden, dass sie einer verbrecherischen Organisation angehörten, die hauptverantwortlich für viele Verbrechen des NS-Regimes war. Es darf keine Pilgerstätte für Rechtsextreme sein“, stellt Robert Eiter, Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitees Österreich und Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, klar.

Rechtsextremismus als reales Problem

Mit der Mahnwache wollte man aufzeigen, weil man es laut Eiter für unglaublich halte, dass es im Jahr 2021 noch immer ein Waffen-SS-Denkmal gibt. In dieser Form sei dies nicht mehr tragbar, denn, so Eiter: „Der Rechtsextremismus in Österreich ist ein reales Problem“. Auch SPÖ Bezirksparteivorsitzender Thomas Antlinger stellt klar: „Mit der Mahnwache wollten wir zum einen der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedenken und auch eine klare Forderung nach einer differenzierten und historischen Auseinandersetzung mit dem Grab in Stillfüssing aussprechen“. Ein Zusatzstein sei laut Antlinger das Mindeste. „Es geht nicht um die Verurteilung der Menschen, die dort begraben sind, sondern darum, aufzuklären was die Waffen-SS war“, so Antlinger.


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