Polizei: „Am besten wäre es, wenn es gar keine Anzeigen geben würde“

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Lisa Hackl Lisa Hackl, Tips Redaktion, 23.11.2021 17:22 Uhr

PEUERBACH. Für den stellvertretenden Bezirkspolizei-Kommandanten Gerhard Groißhammer bedeutet die Corona-Pandemie vor allem eines: organisatorischer Aufwand. Zwei Teams aus den beiden Bezirken stellt er jeden Tag zusammen, um Corona-Kon­trollen in der Umgebung durchzuführen.

In Zweier-Teams patrouillieren die Polizisten durch die Bezirke und kontrollieren in Lokalen und Geschäften, ob jeder Angestellte und jeder Besucher eine Impfung oder Genesung bescheinigen kann. Dabei müssen die Polizisten oftmals die Regeln neu erklären. Wer ohne gültigen Nachweis angetroffen wird, erhält ein Organmandat. Kommt es zu einem Widerspruch, droht eine Anzeige.

Stimmung ist ruhig

Die Stimmung ist ruhig, meint Groißhammer, die meisten Geschäftstreibenden und Kunden reagieren positiv auf die Kontrollen durch die Polizei. Aufgrund des Lockdowns ist es den Beamten inzwischen auch erlaubt, Passanten auf der Straße anzuhalten und nach einer Bescheinigung zu fragen. „Die allermeisten Menschen führen einen Nachweis mit und haben auch kein Pro­blem, diesen vorzuzeigen“, erklärt Groißhammer. Gesprochen wird immer über die wenigen, die die Maßnahmen nicht akzeptieren, der Großteil der Bevölkerung trägt die Maßnahmen jedoch mit. „Das Ziel ist ja nicht, jeden Tag 500 Leute zu strafen. Das Ziel sollte sein, niemanden strafen zu müssen“, erklärt der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant.

Schutzkonzepte überprüft

Eng zusammengearbeitet wird auch mit der Bezirkshauptmannschaft (BH), die als Gesundheitsbehörde fungiert. Ein Mitarbeiter der BH begleitet die Polizei immer wieder bei ihren Patrouillen; er überprüft die Corona-Schutzkonzepte in den Lokalen.

„Jeder Polizist ist damit beschäftigt“

Neben den zwei Teams pro Bezirk, die sich bis zum Beginn des Lockdowns für alle nur um die Kontrollen der 3G-Nachweise kümmerten, waren auch alle anderen Polizisten von den neuen Regelungen betroffen. „Auch die Kollegen, die Verkehrskontrollen durchführen, kontrollierten auf 3G-Nachweise“, erklärt Groisshammer. Wer mit einer Person aus einem anderen Haushalt und ohne FFP2- Maske im Auto angetroffen wird, kann ebenfalls mit einer Strafe rechnen. Mit der Green-Check-App auf dem Handy überprüfen die Beamten den gültigen Impfstatus, auch ein Personalausweis muss mitgeführt werden. Zusätzlich sind die Beamten nach wie vor mit der Überprüfung der Quarantäne betraut, sie vermitteln auch zwischen Bezirkshauptmannschaft und Patienten, falls diese nicht erreichbar sind. Etwa 450 bis 480 Kon­trollen führten die Beamten in den Bezirken Grieskirchen und Eferding vor dem vollständigen Lockdown durch, in ganz Oberösterreich werden pro Tag zwischen 5.000 und 7.000 Personen kontrolliert, in der vergangenen Woche wurden täglich etwa 30 Verstöße angezeigt.

Wenig los

Bei ihren Besuchen in den Geschäften haben die Polizisten auch ein offenes Ohr. „Superfad ist es“, beschreiben die Mitarbeiterinnen eines Modegeschäfts in Peuerbach. Groißhammer nickt, die Umsätze und Kundenfrequenz gingen bereits vor dem Lockdown im ganzen Bezirk merklich zurück. Neben Geschäften und Wirtshäusern wurden auch Fitnessstudios kontrolliert. „Wir müssen Präsenz zeigen und auch mal durchgreifen, damit die Maßnahmen eingehalten werden“, erklärt Groißhammer. „Die Kontrolle dauert ja nur einige Sekunden und tut auch niemandem weh.“

Neue Regelungen

Mit der Bekanntgabe des neuen Lockdowns seit Montag, 22. November, müssen Geschäfte nicht mehr kontrolliert werden, geöffnet sind nur noch die Geschäfte für Lebensmittel und den täglichen Bedarf. Passanten auf der Straße können weiterhin kontrolliert werden, dies geschieht aber im Rahmen des Streifendienstes, der mit zusätzlichen Polizeikräften ausgestattet wird, anstatt mit eigenen Teams. Vor allem bei größeren Gruppen kann es zu einer Überprüfung kommen, da ein Treffen von Menschen aus verschiedenen Haushalten nur in Ausnahmefällen gestattet ist (Stand Redaktionsschluss 22. November, 15 Uhr).

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