„Die Kirche muss zeitgemäßer werden“

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Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 03.12.2021 14:00 Uhr

PEUERBACH. Melanie Wimmer ist die neue Jugendbeauftragte für das Dekanat Peuerbach. Mit Tips spricht die 25-Jährige aus Waldkirchen am Wesen, Bezirk Schärding, über Erwartungen und Herausforderungen in der Jugendarbeit.

Tips: Gehört ihre Familie zu den klassischen Kirchgängern?

Wimmer: Eine sehr spannende Frage, die wir zuhause schon oft diskutiert haben. Für mich sind der Glaube und die Kirche in bestimmten Bereichen zwei Paar Schuhe, wie man so schön sagt. Bei uns hat jeder eine unterschiedliche Meinung zur Kirche und lebt seinen Glauben auch ein Stückweit anders, finde ich persönlich in Ordnung. Meine Eltern besuchen definitiv durch ihre liturgischen Dienste öfter den Gottesdienst als meine Schwester und ich. Trotzdem verbinden wir als jüngere Generation den Gottesdienst und die Hochfeste im liturgischen Jahreskreis als Brauchtum und sind dann natürlich dabei.

Tips: Sind sie mit der katholischen Kirche aufgewachsen? Waren sie von klein auf aktiv in ihrer Pfarre?

Wimmer: Diese Frage würde ich mit ja beantworten, da ich von klein auf mit meinen Großeltern den Gottesdienst besucht habe. Der Ablauf einer Messe mit den einzelnen Messabschnitten hat bei mir immer schon Interesse geweckt und darum habe ich gerne die Gottesdienste in Waldkirchen oder auch in anderen Pfarren besucht. Darüber hinaus wollte ich immer Ministrantin werden und so hat alles seinen Lauf genommen.

Tips: Wurden sie herzlich im Dekanat Peuerbach aufgenommen?

Wimmer: Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon einige Menschen und Betriebe kennenlernen dürfen und hier wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Das hat mich sehr gefreut.

Tips: Was machen sie als Jugendbeauftragte?

Wimmer: Mein Arbeitsbereich im Dekanat setzt sich aus vielen unterschiedlichen Bereichen, wie der Mithilfe bei der Firmvorbereitung, beim Aufbau von Jugendgruppen bzw. Jugendtreffs und die Organisation von Veranstaltungen für Jugendliche zusammen. Zudem bin ich Ansprechperson für alle ehrenamtlich Engagierte in der Jungschar- und Jugendarbeit und für Arbeitskreise im Bereich Kinder und Jugendlichen in den einzelnen Pfarrgemeinderäten.

Tips: Wo sehen sie die größten Herausforderungen?

Wimmer: Zurzeit ist meine größte Herausforderung mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Zudem macht es Corona nicht unbedingt leichter attraktive Angebote für junge Menschen anzubieten.

Tips: Haben Sie bereits Erfahrung in der Jugendarbeit?

Wimmer: Da ich eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen und auch viele unterschiedliche Praktika hinter mir habe, war es mir möglich mit vielen unterschiedlichen Jugendlichen aus dem städtischen als auch aus dem ländlichen Raum zu arbeiten. Jugendliche brauchen das Gefühl, dass sie ernst genommen werden und gehören dort abgeholt wo sie geradestehen. Darum sollten die Personen in der Jugendarbeit Begleiter*innen und Unterstützer*innen für junge Menschen sein, die für sie da sind, wenn sie gebraucht werden.

Tips: Was macht ihnen an ihrem Beruf am meisten Spaß?

Wimmer: Es macht großen Spaß neue Leute kennenzulernen und gemeinsam etwas für die Pfarrgemeinden bzw. über das hinaus zu planen und zu veranstalten. Dazu bringen Jugendliche neuen Schwung mit und diesen hat die Kirche definitiv nötig.

Tips: Gibt es in Peuerbach Angebote, die man als Jugendlicher wahrnehmen kann?

Wimmer: Peuerbach hat eine aktive Jugendgruppe, die für Kinder und Jugendliche Angebote stellt.

Tips: Sehen Sie sich als Sprachrohr der Jugend in der Stadtgemeinde/im Pastoralteam?

Wimmer: Bei dieser Frage würde ich mich gerne auf das Dekanat beziehen und nicht auf die Stadtgemeinde oder das Pastoralteam. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das Sprachrohr für die Jugend im Dekanat und in den einzelnen Pfarren sein kann. Mir persönlich ist es ein Anliegen, dass Jugendliche die Möglichkeit haben sich in ihrer Pfarre zu engagieren. Zurzeit sehe ich mich nicht als Sprachrohr, da ich gerade erst dabei bin das Dekanat und die Jugendlichen mit ihren Interessen kennenzulernen.

Tips: Vernetzen sich die Jugendbeauftragten untereinander? Was passiert bei den Treffen?

Wimmer: Oberösterreich ist in mehrere Bereiche eingeteilt und das Dekanat Peuerbach arbeitet mit weiteren Dekanaten in der Region Hausviertel zusammen. Gemeinsam mit einigen Jugendbeauftragten und einer Regionskoordinatorin haben wir uns für das kommende Jahr einige Aktionen und Angebote überlegt. Ein Beispiel für so eine gemeinsame Aktion ist gerade das Wichteln der KJ Hausviertel.

Tips: Muss das Angebot der Kirche für die Jugend heutzutage attraktiver gemacht werden?

Wimmer: Die Kirche muss zeitgemäßer werden. Es gibt für mich persönlich einige Bereiche, die definitiv verändert gehören. Ein Beispiel dafür sind die Möglichkeiten einen Gottesdienst zu gestalten. Beim letzten Jugendsonntag hat es eine Ansprache von einer jungen Dame gegeben, die der Gottesdienstgemeinschaft ihre Sichtweise zum Thema „Echt oder fake“ vermittelt hat. Hier gibt es definitiv viele Möglichkeiten, um zeitgemäßer zu werden. Zudem sollten Ideen von jungen Menschen gehört und umgesetzt werden, denn diese Jugendlichen sind die Zukunft der Kirche.

Tips: Welchen Grund haben Jugendliche 2021 noch in die Kirche zu gehen?

Wimmer: Um gemeinsam in der Gemeinschaft ihren Glauben zu feiern. Wie bereits erwähnt ist es mir wichtig, dass sich Jugendliche für Veränderungen und ihre Wünsche einsetzen und so haben sie sicher auch die Möglichkeit Gottesdienste zu gestalten.

Das Dekanat Peuerbach umfasst 14 Pfarren in Engelhartszell, Heiligenberg, Michaelnbach, Natternbach, Neukirchen am Walde, Peuerbach, Pötting, St. Aegidi, St. Agatha, St. Thomas, Stadl-Kicking, Waizenkirchen, Waldkirchen am Wesen und Wesenufer.

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