Leserbrief: Lockdown und die Psyche der Jugendlichen

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Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 01.12.2021 07:00 Uhr

ST. AGATHA. Melanie Steininger schreibt in ihrem Leserbrief über Distance-Learning, fehlendes Mitgefühl und das Versagen der Regierung.

Wir alle befinden uns jetzt erneut in einem Lockdown, um die Ungeimpften, die Risikopatienten und die Älteren vor einer Corona-Infektion zu schützen, doch uns Jugendlichen wird keinerlei Aufmerksamkeit mehr entgegengebracht.

Wir haben verzichtet

Wir sind es, die seit Anfang dieser Pandemie jede Entscheidung und jede Regelung voll und ganz akzeptiert, erfüllt und mitgetragen haben. Zum Schutz der Älteren sind wir von der Schule zu Hause geblieben, haben uns dem Distance Learning unterzogen, auf soziale Kontakte haben wir verzichtet. Doch in welchem Desaster befinden wir uns jetzt?

Fühlen uns im Stich gelassen

Wir Schüler bekommen keinerlei Info der Regierung, wie es mit den Schulen weitergeht und wenn dann einmal ein Statement nach außen dringt, führt dies nur zu noch mehr Verwirrung. Wir hängen in der Luft und werden im Stich gelassen. Auch seitens der Lehrer erfahren wir keinerlei Mitgefühl oder Verständnis. Wenn wir uns dafür entscheiden, weiter in die Schule zu gehen, wird man täglich damit konfrontiert, dass der Lehrplan sowieso schon gekürzt worden ist und wir deswegen gar keinen Grund zum Aufregen haben. Bleibt man jedoch zum Schutz anderer und auch zum Eigenschutz zu Hause, wird man mit einem „ein flächendeckendes Distance-Learning findet nicht statt“ abgespeist. Wir befinden uns im vierten Lockdown und sind nicht dazu in der Lage, Kindern und Jugendlichen Bildung über den Laptop zu ermöglichen. Stattdessen sollen wir uns zu Hause den Unterrichtsstoff selber beibringen und selbst schauen, wie wir mit den Aufgaben zurechtkommen. Mir ist durchaus bewusst, dass Schüler die Chance haben, in die Schule zu gehen, doch dies sollte dann auch dementsprechend kommuniziert werden. Völlig klar ist für mich auch, dass der Kontakt in der Schule mit Freunden wichtig ist. Doch ich bin überzeugt davon, dass Distance-Learning für Oberstufenschüler und Studenten für wenige Wochen kein Problem darstellt. Denn jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Kräfte der Jugendlichen aufgebraucht sind und wir mit unserer Psyche am Ende sind. Doch ich frage mich, warum dieses Thema dennoch keinerlei Aufmerksamkeit bekommt?

Ignoriert uns nicht

Warum werden unsere Bitten und Wünsche ignoriert und nicht ernst genommen? Wir sind ausgelaugt und haben das Versagen der Regierung satt. Wir sind genauso Menschen, Teil der Gesellschaft und die Erwachsenen von morgen, also geht auf unsere Worte und Bitten ein und ignoriert uns nicht.

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