Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GRIESKIRCHEN/EFERDING. Zwei Jahre ist es her, dass die Pandemie in Österreich angekommen ist. Tips hat sich in den Bezirken Grieskirchen und Eferding umgehört, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Gesellschaft hat und wie Corona bei Blaulicht-Organisationen oder Schulen in den letzten beiden Jahren den täglichen Ablauf verändert hat.

Die Maske ist in vielen Bereichen des Lebens zum Alltag geworden. (Foto: Audio und Werbung/Shutterstock)

Am 25. Februar 2020 gab es den ersten offiziellen Covid-Fall in Österreich. Danach ging es schnell und das neuartige Virus breitete sich vom Westen ausgehend auf das ganze Land aus. Aus Angst vor einer Überlastung der Intensivstationen und vielen Todesfällen verhängte die Bundesregierung unter Kanzler Sebastian Kurz einen Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen. Weite Teile des öffentlichen Lebens wurden damals heruntergefahren. Seither sind fast zwei Jahre vergangen. Wie geht es den Organisationen mittlerweile?

Ganzkörper-Schutzanzüge als große Belastung

Für die Mitarbeiter des Grieskirchner Roten Kreuzes sind vor allem die Transporte von Covid-Patienten in Vollschutzanzügen sehr fordernd. „Die anschließende Reinigung und Desinfektion der Fahrzeuge ist sehr zeitaufwändig“, gibt die Blaulicht-Organisation einen Einblick. Auch im Klinikum Wels-Grieskirchen sei das Tragen vollständiger Schutzkleidung eine große Belastung, nicht nur auf den Corona-Stationen, sondern vielfach auch zum Beispiel bei Geburten, wie der Ärztliche Direktor des Klinikums Wels-Grieskirchen, Dr. Thomas Muhr, auf Tips-Anfrage erklärt. Es gibt jedoch auch erfreuliche Nachrichten: Was verschobene Eingriffe betrifft, zeichne sich derzeit eine deutliche Besserung ab, so der Klinik-Direktor.

Digitale Fortschritte durch die Pandemie

Positives hat auch der Bezirks-Kommandant Herbert Ablinger von der Feuerwehr Grieskirchen zu berichten – in der durch die Pandemie angestoßenen Digitalisierung der Kommunikation: „In Bezug auf Sitzungen, Lehrgänge und Schulungen sind wir Einsatzkräfte flexibler geworden.“ Als Beispiel führt der Feuerwehrmann wichtige Besprechungen an, die man jetzt rasch und bequem von zu Hause aus durchführen könne, ohne dafür beispielsweise extra von Pram nach St. Agatha fahren zu müssen. Auch die Informationsweitergabe des Oberösterreichischen Landes-Feuerwehrverbands bis abwärts zu den 880 Feuerwehr-Kommandanten sei jetzt schneller und effizienter.

Schule und Digitalisierung

Ähnlich verhält sich diese Entwicklung an den Schulen. Auch Ferdinand Karer, Direktor des Gymnasium Dachsberg in Prambachkirchen, sieht einen durch die Pandemie angestoßenen wichtigen Schritt bei der Nutzung von Videokonferenzen: „Sie machen vieles unkomplizierter.“ Weil: „Für Konferenzen können auch spätere Tageszeiten verwendet werden.“ Wenngleich sie freilich die reale Begegnung nicht ersetzen würden, wie der Schulleiter hinzufügt. Er selbst habe übrigens in den vergangenen beiden Pandemie-Jahren mehr E-Mails an die Eltern geschrieben, als die gesamten 18 Jahre als Direktor davor, vermutet Karer.

Jugend leidet stark unter den Anti-Covid-Maßnahmen

Vor allem auch die Kinder und Jugendlichen hatten mit den Covid-Eindämmungs-Maßnahmen und deren psychosozialen Auswirkungen stark gelitten – das zeigen sämtliche Studien. So gab es bei der Einnahme von Antidepressiva bei den Jugendlichen eine Steigerung von 41 Prozent. Ferdinand Karer schildert, dass einige Kinder schweigsam geworden sind, was ein Zeichen für die fehlenden sozialen Kontakte sein könnte. Der Schulleiter sieht vor allem das fehlende Nachtleben als Manko und erzählt aus seiner Jugend: „Ich erinnere mich, als ich mit 16 das erste Mal so richtig fortgegangen bin. Da wollte die Nacht nicht enden. Und die zwei Jahre bis 18, da gehörte einem die Welt. Wir lebten, träumten, diskutierten und feierten. Was war für den 16, 17, 18-Jährigen in den letzten beiden Jahren möglich?“

Heimunterricht veränderte die Einstellung der Schüler

Einen anderer Aspekt, der durch den Covid-bedingten Heimunterricht sichtbar wurde, hat Gabriele Rosenkranz, Direktorin des Bundesoberstufenrealgymnasiums in Grieskirchen, festgestellt: Vom „in die Schule gehen müssen“, hin zu „in die Schule gehen dürfen“, habe sich die Einstellung von Schülern nach den langen Distance-Learning-Phasen geändert. Zudem hätten die Kompetenzen der Schüler und Professoren in Bezug auf Computerverwendung für den Unterricht deutlich zugenommen, ebenso das Bewusstsein dafür, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, bei dem Selbstorganisation und Eigenverantwortung der Schüler gefragt sind.

Anhaltender Krisenmodus bei der Bezirkshauptmannschaft

Der Krisenstab der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen/Eferding ist seit zwei Jahren im Sieben-Tage-Betrieb. Dieser müsse oft bis spät in die Nacht hinein besetzt werden, erklärt der Bezirkshauptmann Christoph Schweitzer. „Die große Anzahl an Erkrankungen und die hunderten Anfragen täglich sind nach wie vor eine große Her­ausforderung“, sagt Schweitzer.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden