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WAIZENKIRCHEN. Der Waizenkirchner Bürgermeister Fabian Grüneis (ÖVP) war in Ruanda und hat sich die sozialen Projekte der Pfarre im Distrikt Nyamasheke – im Westen des Landes an der Grenze zum Kongo – angesehen. Er spricht mit Tips über seine Erfahrungen vor Ort.

Als DJ Greenice trat Fabian Grüneis in einem Mädcheninternat auf. (Foto: Grüneis)
  1 / 3   Als DJ Greenice trat Fabian Grüneis in einem Mädcheninternat auf. (Foto: Grüneis)

Fabian Grüneis – auch bekannt als DJ Greenice – kam durch einen Freund, der sich schon länger für die Menschen in Ruanda engagiert, auf die Idee, sich das Leben dort vor Ort einmal anzusehen. Die Initiative, die die Hilfsprojekte im Distrikt Nyamasheke möglich macht, wurde von der Grazerin Traude Schröttner – „Star of Mission“-Preisträgerin 2021 – ins Leben gerufen.

Reise nach Ruanda

„Wir waren eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von 15 Leuten, die nach Ruanda reisten. Schon der Flug stellte sich als Herausforderung dar. Da unser Flugzeug kaputt war und die Flüge nach Ruanda sehr selten sind, dauerte unsere Anreise wegen verschiedener Zwischenlandungen 30 statt 15 Stunden“, erzählt Grüneis. Endlich angekommen wurden die Besucher von einer Delegation jener Pfarre empfangen, die ihnen in der darauffolgenden Woche ihre aktuellen sozialen Projekte zeigte: einen Kindergarten, zwei Witwenhäuser, drei Schulen und ein Mädcheninternat. „Den Menschen in Ruanda fehlt es an allem. Meine Hauptspende waren Kugelschreiber und zuerst war ich ja skeptisch, wie die Schüler reagieren würden. Doch die Kinder hatten eine Riesenfreude damit. Denn jetzt können sie daheim damit Hausübungen machen“, freut sich der Waizenkirchner Bürgermeister.

Die Projekte

Alle Gelder für die Einrichtungen der Diözese werden von Traude Schröttner organisiert und von verschiedenen Spendern finanziert. Grüneis und seine Mitreisenden besichtigten einige davon: Das Mädcheninternat sei etwas ganz Seltenes in Ruanda, doch in diesem Fall notwendig. Denn teilweise benötigten die Schülerinnen für den Hinweg bis zu sieben Stunden. Für diese Mädchen kann man eine Patenschaft übernehmen und einer Schülerin für nur 400 Euro ein ganzes Jahr Schule finanzieren. Grüneis alias DJ Greenice trat dort für die Schülerinnen auf.

Auch zu einer Einrichtung für behinderte Kinder fuhr der Waizenkirchner: „Der Besuch in einer Behinderteneinrichtung für Kinder war ein besonders ergreifendes Erlebnis. Die Einrichtung ist noch relativ neu und hilft den Familien mit beeinträchtigten Kindern. Jetzt haben sie zwar eine Möglichkeit zur Versorgung, aber immer noch keine Chance auf Ausbildung.“

Das Leben in Ruanda

Der durchschnittliche Verdienst in Ruanda liegt laut Grüneis bei einem Euro am Tag. Dennoch sei das Leben dort nicht um so viel billiger, denn eine Flasche Cola koste zum Beispiel einen Euro. Dabei gebe es aber viele Familien, die mit weniger als zwei Euro am Tag auskommen müssen. Ruanda sei ein wunderschönes und fruchtbares Land mit vielen Hügeln und Bergen, aber unterwegs habe er gesehen, wie viel dort fehlt. Die Schüler hätten zwar eine Schuluniform, doch außerhalb der Schule hätten sie nur zerrissene Kleidung und teilweise keine Schuhe an. Gekocht werde über dem offenen Feuer und es gebe nirgends fließendes Wasser.

Wer spenden möchte

Durch die vielen Eindrücke seien nun alle 15 Besucher motiviert, sich zu engagieren. Der Priester vor Ort habe ihnen ein konkretes Projekt genannt, für das am dringendsten Mittel benötigt werden. Es gibt eine baufällige Schule für 120 Schüler, die renoviert werden muss. Dafür müssten 45.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Die einzelnen Spender können das Geld direkt an Schröttner überweisen, dann fließt es 1:1 in die Projekte in Ruanda. Mit dem Geld, das übrig bleibt, werden Ziegen und Schweine für die Bevölkerung finanziert. Unternehmerische Spenden können jedoch über die Caritas abgerechnet werden.

Am Dienstag, dem 5. September, sprechen Grüneis und Schröttner bei einem Vortrag im Pfarrheim Waizenkirchen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Ruanda und rufen zum Unterstützen und Spenden auf.


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