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Der Sport hält den 90-jährigen Helmut Kunze aus Grieskirchen jung

Gertrude Paltinger, BSc, 14.04.2024 09:20

GRIESKIRCHEN. Er ist ein Vereinsfunktionär wie es ihn ein zweites Mal wohl kaum gibt. Helmut Kunze hat über 50 Jahre lang das Sportangebot in der Bezirkshauptstadt mitgeprägt. Mit 90 Jahren hat er seine Obmannschaft bei den Naturfreunden zurückgelegt. Fleißig ist er aber weiterhin.

Helmut Kunze ist das Urgestein der Naturfreunde Grieskirchen und war ein begeisterter Kletterer. Mit 90 Jahren geht er auch noch mehrmals die Woche in seinen Fitnesskeller. (Foto: GePaltinger)
photo_library Helmut Kunze ist das Urgestein der Naturfreunde Grieskirchen und war ein begeisterter Kletterer. Mit 90 Jahren geht er auch noch mehrmals die Woche in seinen Fitnesskeller. (Foto: GePaltinger)

Rallyefahren, Handball, Skifahren, Wandern, Bergsteigen, Klettern, Gymnastik, Fitness Helmut Kunze hat in seinem Leben schon viele Sportarten ausgeübt. Manche hat der heutige 90-jährige Grieskirchner nur in seiner Jugend gemacht, manche hat er erst kürzlich aufgegeben, einige übt er immer noch mit viel Freude aus.

Der gebürtige Lambacher war schon als Bub sportbegeistert. Beim SK Lambach hat er damals mit dem Handballspiel begonnen. Bis er 30 Jahre alt war, hat er aktiv gespielt, später hat er eine Trainer-Ausbildung gemacht und die Lambacher Damen-Handballmannschaft aufgebaut. Auch Rallye gefahren ist er in seiner Jugend, was er aus Sicherheitsgründen nach einigen Jahren aber wieder aufgegeben hat.

Mit seinem Umzug von Wels nach Grieskirchen ist er Anfang der 1970er-Jahre zu den Naturfreunden Grieskirchen gekommen, wurde dort bald zum Wintersportreferent. Als staatlich geprüfter Skilehrwart hat er ab 1977 eine Kinder-Skirenngruppe aufgebaut und trainiert.

30 Jahre Obmann

Als er 1992 Obmann der Naturfreunde wurde, hatte der Verein rund rund 60 Mitglieder. Als er mit Ende 2023 die Funktion an seinen Nachfolger übergab, waren es rund 600.

Obmann der Naturfreunde sei er mit Leib und Seele gewesen, wie er erzählt. „Wir haben viel erlebt und ich habe viele schöne Erinnerungen an die sportlichen Aktivitäten“, fügt der Sportfunktionär hinzu. Aber auch viel Arbeit war mit den Naturfreunden verbunden. Geschafft hat der gelernte Elektriker das alles, weil er sich die Arbeit als Mitarbeiter der Post, er war für die Stromversorgung in den Wählamtern zuständig, hat einteilen können. Von der Stadt Grieskirchen hat er für seine Tätigkeiten einen Ehrenring erhalten.

Gern in Österreich unterwegs

Bei seinen vielen sportlichen Aktivitäten hat ihn aber, mit Ausnahme seiner Skiausflüge nach Südtirol, das Ausland nie gereizt. Er hat die Schönheiten und vor allem die Berge in Österreich genossen, wie er erzählt. „Es ist so schön auf den Traunstein zu gehen, oben ein Bier zu trinken und die Landschaft in der Heimat zu genießen“, beschreibt er seine Vorliebe. In Österreich könne er sich auch mit den Leuten unterhalten, was er immer gern getan hat. Denn schon in der Schule sei das Fach Englisch sein Schwachpunkt gewesen, berichtet er von noch einer Erinnerung aus seiner Jugend.

Jetzt etwas ruhiger

Mittlerweile geht es Helmut Kunze etwas ruhiger an, das Skifahren hat er erst im Vorjahr aufgegeben, auch den Klettersport übt er jetzt nicht mehr aktiv aus. Bis ins Vorjahr hat er aber 30 Jahre lang die Kinder im Sportklettern betreut. Zwei Mal in der Woche wurde trainiert, zusätzlich gab es die Kletterwochen und mehrmals im Jahr die Wettkämpfe.

Auch die Bergtouren des fünffachen Vaters, zwölffachen Großvaters und zweifache Urgroßvaters sind inzwischen etwas gemütlicher geworden.

Fitnessweg mit 12 Stationen

Aktiv ist Helmut Kunze im Verein aber weiterhin. Diesen Winter hat er noch die wöchentliche Skigymnastik geleitet. Um den vereinseigenen 1,5 Kilometer langen Fitnessparcour mit 12 Stationen im Zehetholz kümmert er sich ebenso, hält die Geräte in Schuss. Ein Waldlehrpfad mit 12 Infotafeln am Fitnessweg ist seine jüngste Idee und aktuelles Planungsprojekt.

Das Vereinsheim nahe der Manglburg, um das er sich auch noch kümmert, ist ihm sowieso ein großes Anliegen. Immerhin hat er zwischen 1993 und 1996 über 1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit in die Adaptierung des Gebäudes samt Kletterhalle und Kletter-Außenanlage gesteckt. Und dabei ist dieses Vereinsheim nicht mal das erste in das er so viel Mühe investiert hat.

Training hält ihn fit

Und dann ist da noch sein persönlicher Fitnesskeller, in dem er mehrmals die Woche trainiert. Und dieses Training ist es auch, was ihn noch so gesund und fit hält. „Von nix kommt ja nix“, weiß der Grieskirchner ganz genau, dass ihn die regelmäßige Bewegung so fit hält. Auch versucht er gesund zu leben. „Mir hat mal jemand gesagt, bis 50 Jahre regeneriert sich der Körper noch besser. Deshalb habe ich ab da gesünder gelebt. Habe den Alkohol reduziert, das Rauchen aufgehört und mich gesünder ernährt“, verrät der 90-Jährige sein persönliches Rezept, das gut gewirkt hat, wie er hinzufügt.


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