Landesrat zieht klimatologische Bilanz für Oberösterreich
OÖ/BEZIRK GRIESKIRCHEN. 2025 befindet sich unter den 20 trockensten Jahre der seit 1858 bestehenden Niederschlagsmessreihe. Es liegen auch Zahlen vor, wie viele Hitzetage es im Bezirk Grieskirchen gab.
Das Jahr 2025 setzt den langjährigen Trend von zu hohen Temperaturen fort: Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) war 2024 das wärmste Jahr seit Beginn moderner Messungen und die globalen Temperaturen bleiben auch 2025 in der Nähe historischer Spitzenwerte. Zwischen Januar und August 2025 lagen globale Mitteltemperaturen etwa 1,42 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900), womit 2025 voraussichtlich als zweites oder drittes wärmstes Jahr in die Klimaaufzeichnungen eingeht.
Gleichzeitig dauern intensive Hitzewellen, extreme Wetterereignisse und ungewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen an – für Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) Warnzeichen der fortschreitenden Klimakrise.
Auch in Österreich zu warm
Auch Österreich setzt 2025 seinen Erwärmungstrend fort: Laut GeoSphere Austria rangiert 2025 im Tiefland als achtwärmstes Jahr der Messgeschichte und im Bergland sogar als zweitwärmstes – deutlich über dem Klimamittel 1991 bis 2020.
Frühling und Sommer 2025 zeigten mehrfach überdurchschnittlich warme Monatsabschnitte. Gleichzeitig gab es regional unterschiedliche Niederschlagsmuster, darunter teils deutlich unterdurchschnittliche Niederschläge im Oktober.
In Oberösterreich waren lange Phasen mit außergewöhnlich hohen Temperaturen selten, in den tiefen Lagen des Landes traten dagegen immer wieder Zeiträume mit unterdurchschnittlichen Temperaturen auf. Die absoluten Jahresmaxima und -minima blieben aber weit von den Allzeitrekorden entfernt.
Speziell im Inn- und Hausruckviertel, wo das Defizit örtlich mehr als ein Drittel der Jahressumme beträgt, machte die Trockenheit zeitweise Probleme. Größere Schäden im landwirtschaftlichen Sektor blieben vor allem dank der feuchtkühlen Witterung im Juli aus.
Großteils bleibt Oberösterreich im abgelaufenen Jahr von extremen Hochwasser-, Sturm-oder Gewitterereignissen verschont. Ein einzelnes Ereignis sticht allerdings deutlich hervor: In Taufkirchen an der Pram verwüstete ein kleinräumiger Tornado am 15. Juli das Ortszentrum, rund 30 Häuser wurden schwer beschädigt.
„Das Jahr 2025 zeigt uns eindringlich, dass der menschengemachte Klimawandel längst Realität ist. Jedes Jahr ohne wirksame Maßnahmen verschärft die Klimakrise und ihre Auswirkungen“, warnt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
16 Hitzetage in Grieskirchen,
Im Bezirk Grieskirchen gab es 2025 16 Hitzetage (=Tage, an denen die Höchsttemperatur 30 Grad Celsius erreicht oder übersteigt). Zum Vergleich: Im Zeitraum zwischen 1971 und 2000 gab es im Schnitt 6 Hitzetage pro Jahr im Bezirk Grieskirchen. 2025 gab es im Bezirk auch insgesamt 61 Sommertage (=Tage, an denen die Höchsttemperatur 25 Grad Celsius erreicht oder übersteigt) – im Vergleichszeitraum 1971-2000 waren es noch durchschnittlich 45 Sommertage.
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden