Infoabend in Weibern: die Deponie und ihre möglichen Auswirkungen
AISTERSHEIM/WEIBERN. Die geplante Baurestmassendeponie wirft in den Gemeinden Aistersheim und Weibern grundsätzliche Fragen zum österreichischen Bodenschutz auf. Die Bürgermeister Johann Stockinger (Aistersheim) und Manfred Roitinger (Weibern) fordern eine umfassende und transparente Prüfung. Die Deponie und ihre möglichen Auswirkungen sind Thema einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstag, 20. August , um 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle Weibern.

Die geplante Deponie soll nach derzeit öffentlich bekannten Angaben auf Grundstücken der Familie Birnleitner im Grünland zwischen Weibern und Aistersheim entstehen. Vorgesehen ist eine Fläche von rund sieben Hektar bei einem Deponievolumen von knapp 600.000 Kubikmetern. Aktuell prüft das Land Oberösterreich in einem Feststellungsverfahren, ob für das Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.
Keine lokale Frage
„Natürlich geht es für uns ganz konkret um unsere Bevölkerung, um Verkehr, Lebensqualität, Landwirtschaft und den Naturraum unmittelbar vor unserer Haustür. Aber dahinter steht eine weitere Frage: Welchen Wert geben wir in Österreich unverbautem Boden und bestehenden Lebensräumen? Der Umgang mit Boden ist keine rein lokale Frage. Wir entscheiden heute darüber, welchen Lebensraum wir kommenden Generationen hinterlassen“, sagt Stockinger.
Boden erfüllt zentrale ökologische Funktionen: Er ist Lebensraum, Grundlage für Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion, Wasserspeicher und Teil des natürlichen Klimasystems. Wird Boden dauerhaft für Siedlungs-, Verkehrs-, Ver- oder Entsorgungszwecke beansprucht, steht diese Fläche für andere Funktionen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung.
„Bodenschutz darf nicht nur in Strategien und politischen Zielsetzungen vorkommen. Er muss sich gerade dort bewähren, wo konkrete Entscheidungen über große Grünflächen getroffen werden“, betont Roitinger.
Spannungsfeld
Das Projekt verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Interessen und dem langfristigen Erhalt von Boden, Landschaft, Landwirtschaft und natürlichen Lebensräumen. Die beiden Bürgermeister fordern daher eine sorgfältige Prüfung des Standorts, möglicher Alternativen, des tatsächlichen Bedarfs und der Vereinbarkeit zusätzlicher Deponiekapazitäten mit der bestehenden Deponiesituation und den Zielen des oberösterreichischen Landesabfallwirtschaftsplans.
„Wir müssen weg von der Vorstellung, dass Boden eine beliebig verfügbare Reservefläche ist. Was einmal tiefgreifend verändert wurde, lässt sich nicht einfach in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen“, sagt Stockinger.
Für Roitinger und Stockinger ist deshalb entscheidend, das geplante Projekt nicht isoliert als regionales Deponieverfahren zu betrachten. „Die Frage lautet nicht nur: Was bedeutet diese Deponie für Weibern und Aistersheim? Die Frage lautet auch: Wie ernst nimmt Österreich seine Ziele beim Boden-, Natur- und Klimaschutz, wenn eine konkrete Entscheidung ansteht?“, sagt Weiberns Bürgermeister.
Die Bürgermeister fordern daher eine umfassende, transparente und nachvollziehbare Prüfung aller Auswirkungen des Projekts, insbesondere auf Boden, Wasserhaushalt, Natur- und Lebensräume, Landwirtschaft, Verkehr sowie auf die langfristige Entwicklung der Region.
Dabei müsse auch geprüft werden, ob alternative Standorte oder bereits beanspruchte beziehungsweise vorbelastete Flächen für eine entsprechende Entsorgungsinfrastruktur grundsätzlich besser geeignet wären.








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