Neues Agrarbildungszentrum Waizenkirchen startet mit 400 Schülern
WAIZENKIRCHEN. Das neue Agrarbildungszentrum (ABZ) Waizenkirchen hat mit Beginn des Schuljahres 2026/27seinen Betrieb aufgenommen. Die Fachschulen Waizenkirchen, Mistelbach und Bergheim wurden an einem Standort zusammengeführt.

In diesen Schuljahr starteten 400 Schüler in 15 Klassen. Es arbeiten 55 Lehrkräfte und 26 Bedienstete im neuen Bildungszentrum. Das Land Oberösterreich investierte 41,3 Millionen Euro in den Neubau. Bauzeit und Budget konnten laut dem Geschäftsführer der Landesimmobiliengesellschaft Oberösterreich Alois Aigner eingehalten werden. Die offizielle Eröffnung des Standortes soll in einigen Monaten folgen.
Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bezeichnete die landwirtschaftlichen Schulen als wichtige Säule der Ausbildung im ländlichen Raum: „Unsere landwirtschaftlichen Schulen sind ein Erfolgsmodell – bodenständig, praxisnah und einzigartig. Sie sind Schulen fürs Leben.“
Auch Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP) betont die Bedeutung der Ausbildung. Sie verweist auf die hohe Nachfrage nach landwirtschaftlichen Schulen: Im Schuljahr 2026/27 besuchen rund 3.600 Schüler eine landwirtschaftliche Fach- oder Berufsschule. Für die ersten Klassen sind 1.184 Jugendliche angemeldet, ein neuer Höchstwert. „Das zeigt: Junge Menschen wollen Zukunft gestalten – und sie sehen diese Zukunft auch in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum“, sagt Langer-Weninger.
Das ABZ Waizenkirchen bündelt nicht nur drei bisherige Schulstandorte, sondern erweitert auch das Ausbildungsangebot. „Durch die Zusammenführung konnten wir wesentliche Synergien nutzen. Vor allem entstehen ganz neue Perspektiven für unsere Schülerinnen und Schüler“, sagt Direktor Walter Raab.
Ausbildung über die Schulzeit hinaus
Neu am Standort ist die Fachrichtung Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement. Dabei stehen die Schwerpunkte Gesundheit und Soziales, ECO-Design sowie Ökowirtschaft und Design zur Auswahl. In der Fachrichtung Landwirtschaft werden Rinderhaltung und Grünland, Schweinehaltung und Ackerbau sowie Feldgemüsebau angeboten. Der Feldgemüsebau ist Alleinstellungsmerkmal des Standorts.
Das Angebot richtet sich nicht nur an Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Mit der Fachschule für Erwachsene und dem Vorbereitungslehrgang zur Berufsreifeprüfung in Kooperation mit dem Bildungszentrum St. Florian bietet das ABZ auch weiterführende Bildungswege. Zudem sind Ausbildungen zum landwirtschaftlichen, hauswirtschaftlichen und Feldgemüsebau-Facharbeiter möglich.
Praxisnah und nachhaltig gebaut
Das neue Gebäude umfasst rund 12.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche und mehr als 8.000 Quadratmeter Nutzfläche. Neben Schul- und Internatsbereich stehen zahlreiche Praxis- und Werkstatträume zur Verfügung, etwa für die Fleisch- und Obstverarbeitung.
Errichtet wurde das ABZ in Holzhybridbauweise. Die Energieversorgung setzt unter anderem auf regionales Waldhackgut. Ergänzt wird sie durch eine Photovoltaikanlage mit 350 Kilowatt-Peak. Die Außenanlagen mit Sportflächen, Gewächshäusern und Grünbereichen sollen im Frühjahr 2027 fertiggestellt werden.








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