Kinderbetreuungsatlas 2026: Bezirk Eferding liegt vor Bezirk Grieskirchen
EFERDING/GRIESKIRCHEN. Während der Bezirk Eferding bei der Kinderbetreuung im oberösterreichweiten Vergleich gut abschneidet, gibt es in Grieskirchen weniger Gemeinden mit Bestnoten als im Vorjahr. Vor allem bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren und bei den Schließzeiten bestehen in beiden Bezirken Lücken.

Der Bezirk Eferding verfügt weiterhin über ein gutes Angebot bei der Kinderbildung und -betreuung. Im Bezirk Grieskirchen hat sich die Situation hingegen etwas verschlechtert. Das zeigt der aktuelle Kinderbetreuungsatlas 2026 der Arbeiterkammer Oberösterreich. Er vergleicht unter anderem Öffnungszeiten, Mittagsverpflegung und Schließzeiten in den Gemeinden.
In Eferding erreichen acht der zwölf Gemeinden die beste Kategorie 1A. Das entspricht einem Anteil von 66,7 Prozent. Damit liegt der Bezirk deutlich über dem oberösterreichweiten Durchschnitt von rund 36 Prozent und belegt hinter Linz und Linz-Land den zweiten Platz. Zwei weitere Gemeinden sind in Kategorie A eingestuft. Keine Gemeinde fällt in die Kategorien C oder D. Die Zahl der Gemeinden mit Bestnote ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Anders sieht es im Bezirk Grieskirchen aus. Dort erreichen 14 von 33 Gemeinden die Kategorie 1A. Im Vorjahr waren es noch 16. Der Anteil liegt mit 42,4 Prozent dennoch über dem Landesdurchschnitt. Weitere 21,2 Prozent erreichen Kategorie A. Je eine Gemeinde wurde den Kategorien B und C zugeordnet. Eine Gemeinde der Kategorie D gibt es nicht.
Diese Gemeinden haben sich verbessert oder verschlechtert
In Grieskirchen wurden Bad Schallerbach, Gallspach, Kematen am Inn, Rottenbach und Waizenkirchen wegen zu vieler Schließtage um eine Kategorie zurückgestuft. Gaspoltshofen, Geboltskirchen und Taufkirchen an der Trattnach verbesserten sich hingegen und erreichten die Bestnote.
In Eferding zählen Alkoven, Aschach an der Donau, Eferding, Fraham, Hartkirchen, Hinzenbach, Pupping und Scharten zu den Gemeinden mit der besten Gesamtbewertung.
Betreuung für Kinder unter drei Jahren bleibt schwierig
Besonders herausfordernd ist die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. In beiden Bezirken finden Eltern nicht überall unmittelbar nach der Karenz einen Betreuungsplatz. In einzelnen Gemeinden beginnt die Aufnahme erst ab dem 18. Lebensmonat. Als spätestes Erstaufnahmealter wurden 24 Monate angegeben.
Im Bezirk Grieskirchen erreicht keine Gemeinde bei den Kindern unter drei Jahren die Kategorie 1A. 14 Gemeinden sind in Kategorie A, sieben in Kategorie B sowie jeweils eine in den Kategorien C und D eingestuft. Für eine vollzeittaugliche Betreuung wären unter anderem Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag von mindestens neun Stunden und 30 Minuten täglich sowie mindestens 45 Stunden pro Woche notwendig.
Im Bezirk Eferding erreichen fünf Gemeinden die Bestnote: Alkoven, Eferding, Hartkirchen, Hinzenbach und Pupping. Sie erfüllen alle Kriterien für eine vollzeittaugliche Betreuung dieser Altersgruppe.
Kinderbetreuung für Drei- bis Siebenjährige besser ausgebaut
Bei den Kindern zwischen drei und sieben Jahren ist die Situation besser. In Eferding erreichen acht Gemeinden die Kategorie 1A: Alkoven, Eferding, Fraham, Hartkirchen, Hinzenbach, Pupping, Scharten und Stroheim. Eine Gemeinde ist in Kategorie A und eine weitere in Kategorie B eingestuft.
In Grieskirchen bieten sechs Gemeinden ein vollzeittaugliches Angebot. Das sind Gaspoltshofen, Grieskirchen, Kallham, Schlüßlberg, Tollet und Wallern an der Trattnach. Vier Gemeinden weniger als im Vorjahr erreichen damit die höchste Kategorie. Weitere 24,2 Prozent der Gemeinden sind jeweils in Kategorie A und B eingestuft. Eine Gemeinde fällt in Kategorie D.
Zu viele Schließtage bei Kindergärten und Krabbelstuben
Auch bei den Schließzeiten gibt es Handlungsbedarf. Das oberösterreichische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz sieht eine Öffnungsdauer von mindestens 47 Wochen pro Jahr vor. Bei entsprechendem Bedarf dürfen Einrichtungen nicht länger als fünf Wochen geschlossen sein.
Im Bezirk Grieskirchen überschreiten jeweils sieben Gemeinden diese Grenze bei den Kindergärten und Krabbelstuben. In Eferding ist jeweils eine Gemeinde bei den Kindergärten und Krabbelstuben betroffen. Zu lange Schließzeiten können berufstätige Eltern vor Probleme stellen, wenn keine alternative Betreuung zur Verfügung steht.
Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder zeigt Unterschiede
Auch bei der Betreuung von Volksschulkindern zeigt der Atlas Unterschiede. In Eferding erreichen vier Gemeinden die Kategorie A. Die Hälfte der Gemeinden ist in Kategorie B eingestuft. In Grieskirchen schaffen lediglich drei Gemeinden die Kategorie A. 20 Gemeinden fallen in Kategorie B. In beiden Bezirken gibt es keine Einstufung in die Kategorien C oder D.
„Eine gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Eltern arbeiten und Familien ihren Alltag verlässlich organisieren können. Wenn Einrichtungen zu wenige Wochen geöffnet haben oder Kinder erst sehr spät aufgenommen werden, trifft das unmittelbar die betroffenen Familien“, sagt Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl.
Arbeiterkammer fordert Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung
Die Arbeiterkammer fordert einen Rechtsanspruch auf einen qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz vom zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Volksschule. Dafür brauche es eine verpflichtende Bedarfserhebung in den Gemeinden und Bezirken sowie eine gesicherte Finanzierung durch das Land Oberösterreich.
Alle Informationen zu den oberösterreichischen Gemeinden sind in der digitalen Ausgabe des Kinderbetreuungsatlas 2026 der Arbeiterkammer unter kba.arbeiterkammer.at zu finden.








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