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BEZIRK GRIESKIRCHEN/BEZIRK EFERDING. Die Situation von Alleinerzieherinnen wird immer prekärer, warnen die Frauenberatungsstellen. Maßnahmen werden gefordert.

Eva Kapsammer, Leiterin der Frauenberatungsstellen, und ihre Kolleginnen fordern dringend geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen zum Schutz von Frauen und Kindern. (Foto: kreativwerkstatt)

Alleinerzieherinnen geraten zu oft in einen Teufelskreis. Und es sind keine Einzelfälle, sondern ein Problem im System, mahnen die regionalen Beratungsinstitutionen Gewaltschutzzentrum, Frauenhaus und das Frauennetzwerk3. Sie fordern Maßnahmen, um Kinder und Mütter zu schützen.

Gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels werden arbeitsuchende Menschen so rasch wie möglich in den Arbeitsmarkt vermittelt. „Es ist aus der Logik des AMS verständlich, dass sie vermitteln und von Alleinerziehenden erwarten, dass sie die Betreuung ihrer Kinder regeln“, sagt Eva Kapsammer, Leiterin des Frauennetzwerk3. Allerdings stellt diese Regelung oft eine unüberwindbare Hürde dar: Einerseits fehlen öffentliche Kinderbetreuungsplätze und andererseits private Ressourcen, wie Großeltern oder Verwandte. Die Transferleistungen Arbeitslosengeld und Sozialhilfe sind aber mit der Sicherstellung der Kinderbetreuung gekoppelt – und dies ohne Zeitaufschub.

Eva Schuh, die Leiterin des Gewaltschutzzentrums OÖ, ergänzt: „Weiters stellt sich das Problem, dass die wenigen Kinderbetreuungsplätze nur denjenigen zur Verfügung stehen, die einen fixen Arbeitsplatz haben. Unternehmen jedoch stellen nur Personen ein, bei denen die Kinderbetreuung geregelt ist. Kinderbetreuungseinrichtungen wiederum stehen nur Kindern jener Eltern zur Verfügung, die 20 oder mehr Stunden arbeiten.

Wenn eine Frau in einer gewalttätigen Beziehung lebt, kann sie sich eine Trennung oft nicht leisten. Ohne regelmäßiges Einkommen aus Transferleistung oder Job wird ihr niemand eine Wohnung vermieten.

„Damit Betroffene tatsächlich aus der Gewalt aussteigen können, müssen dringend gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagen die Institutionen und fordern flächendeckende Kinderbetreuungsplätze, bezahlte Care-Arbeit, Übergangslösungen für Transferleistungen und einen Ausbau der Plätze in Frauenhäusern.

Betont wird aber: Für Frauen in Not wird immer eine Lösung gefunden. Im Sommer eröffnet das neue Frauenhaus in Braunau.


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