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Arbeiterkammer Grieskirchen erkämpft für ihre Mitglieder 1,1 Millionen Euro

Sabrina Lang, 26.02.2019 16:05

BEZIRK GRIESKIRCHEN. Die Arbeiterkammer (AK) zieht eine positive Bilanz. Mehr als 1,1 Millionen Euro konnte die AK für ihre Mitglieder an arbeits- und sozialrechtlichen sowie Forderungen nach Insolvenzen erkämpfen.

Geschäftsstellenleiterin Elisabeth Marschalek spricht über den Vertretungserfolg der AK Grieskirchen. Foto: Erwin Wimmer

4902 AK-Mitglieder wanden sich im vergangenen Jahr mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Grieskirchen. Doch bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Hilft eine Intervention beim Arbeitgeber nicht, landen die Fällen vor Gericht. Mehr als 80 Prozent der Fälle betreffen dabei Firmen ohne Betriebsrat. In 51 Fällen der außergerichtlichen Rechtshilfe wurden im Vorjahr 116.575,73 Euro an vorenthaltenen Entgelt eingebracht. Durch 36 Rechtsvertretungen vor dem Arbeitsgericht wurden 235.243,56 Euro erkämpft. Am häufigsten beschäftigt waren die Arbeitsrechtexperten mit Probleme bei Lohn, Gehalt oder Überstundenauszahlungen sowie mit Fragen zur Invaliditäts- und Berunfsunfähigkeitspension. Die erstrittenen Beträge fielen sehr unterschiedlich aus. Der kleinste machte 103 Euro aus, der höchste Betrag 53.368 Euro.

Wenn die Firma pleite geht

Die Arbeiterkammer wird auch aktiv, wenn ein Betrieb in Konkurs geht. Die AK-Experten sind dann meist in Betriebsversammlungen vor Ort und beraten und begleiten die betroffenen Beschäftigten bei der Sicherung ihr noch ausstehenden Löhne, Gehälter und Beendigungsansprüche. Die AK Grieskirchen erkämpfte im Vorjahr insgesamt 230.157 Euro für 50 Arbeitnehmer, die von Firmenpleiten betroffen waren.

630 Euro mehr Pflegegeld

Ein großes Thema bei den AK-Beratungen ist auch jenes des Pflegegeldes und damit verbundene falsche Einstufungen zum Nachteil der Pflegenden. Wie im Fall einer Mutter und ihres schwerkranken Jugendlichen. Von der Pensionsversicherungsanstalt wurde die Pflegestufe zwei mit einem Pflegebedarf von 95 Stunden im Monat eingestellt. Der Jugendliche brauche laut der Mutter aber rund um die Uhr Betreuung. Er habe eine erhebliche Intelligenzminderung und würde laufend gefährliche Handlungen setzen, außerdem habe er Autismus und könne lebensnotwendige Verrichtungen des Alltags nicht durchführen. Die AK ging für die Frau vor Gericht und klagte gegen den Bescheid. Ein neues Gutachten ergab, dass die Gewährung von Pflegestufe fünf jedenfalls gegeben sei. Die PVA zahlt der Familie nun Pflegegeld der Stufe fünf in Höhe von 920,30 Euro statt 290 Euro in Pflegestufe zwei aus. 

 

Firma zahlte Überstunden nicht

Eine Firma zahlte 115 Überstunden nicht. Die Arbeiterkammer erkämpfte 4600 Euro an Nachzahlung. Mehr als zwei Jahre lang arbeitete ein Mann aus dem Bezirk Wels-Land als Servicetechniker. In dieser Zeit leistete er regelmäßig Überstunden. Davon wurden aber nur zehn Stunden monatlich im Rahmen eines Überstundenpauschales ausbezahlt. Als das Arbeitsverhältnis beendet war, waren noch 115 Überstunden über das Pauschale hinaus offen, und auf der Endabrechnung fehlt noch mehr als 1300 Euro des Gehalts. Die AK intervenierte für den Mann bei der Firma. Am Ende erhielt er 4600 Euro an Nachzahlung.

AK-Wahl 2019

Von 19. März bis 1. April finden in Oberösterreich die Arbeiterkammer-WAhlen statt. Die AK-Mitglieder sind aufgerufen, das Parlament der ARbeitnehmer, die AK-Vollversammlung, zu wählen. Alle Infos zur Arbeiterkammerwahl gibt's hier.


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