Mit Kontrollen und Radarkabine im Kampf gegen die Raserszene
GRIESKIRCHEN. Mit rücksichtslosem Verhalten verärgern und verängstigen Raser die Stadtbewohner in Grieskirchen. Nun gehen Polizei, Bezirkshauptmannschaft und Politik gemeinsam gegen die Raser vor.

Im Juni prallte der Wagen eines 23-Jährigen wegen starker Beschleunigung in ein entgegenkommendes Auto. Es gab drei Verletzte und mehrere Haushalte waren nach dem Unfall ohne Strom. Laut Ohrenzeugen war dabei immer wieder lautes Quietschen der Reifen zu hören. Warum die Raser-Szene in den letzten Monaten zu einem Problem geworden ist, erklärt sich FPÖ-Vizebürgermeister Franz Pointinger mit dem Lockdown, in dem sich die Raserszene etablierte. Während der Ausgangsbeschränkungen war es jungen Menschen unmöglich, ihren gewohnten Freizeitaktivitäten nachzugehen. Die Parkplatz-Treffen gehörten in dieser Zeit zu den wenigen legalen Möglichkeiten zusammenzukommen. Mitglieder der Stadtpolitik, Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft und der Polizei trafen sich nun zu einem Runden Tisch, um das Problem gemeinsam anzugehen.
Radar gegen Raser
Drei Radarkabinen in Grieskirchen und eine weitere Station auf der Bundesstraße (B137) sollen aufgestellt werden. Von 17 möglichen Stellen für die fünfte Radarkabine (Gemeindestraße) wurden zwei Standorte herausgefiltert, durch die Adrenalinsüchtige zukünftig zur Kasse gebeten werden könnten. Pointinger sieht die Radarkabinen zwar als punktuell nützlich, doch die Treffpunkte und Routen der Raser würden sich, wie auch in anderen Städten Oberösterreichs, einfach verlagern. Die Polizei in Grieskirchen möchte dieser Befürchtung mit vermehrten Kontrollen Einhalt gebieten. „Die Zahl der illegalen Autorennen hat zwar während des Lockdowns zugenommen, doch gibt es in unserem Bezirk nur vereinzelt Raser. Damit das auch so bleibt, werden sie zukünftig mit Schwerpunktkontrollen und nächtlichen Zivilstreifen ausgebremst“, so der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant Gerhard Groißhammer. In einer Sache ist man sich einig: Notorische Raser müsse zugunsten der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ein Fahrzeugentzug treffen. „Man muss die Raser dort treffen, wo es weh tut“, so Pointinger. Eine Abnahme der Autos sei juristisch schwierig und müsse erst geprüft werden.
Mithilfe der Bürger
„Wer Beobachtungen macht und sich gestört fühlt, soll die Autonummern aufschreiben und die Polizei kontaktieren“, so Groißhammer abschließend. Bürgermeisterin Maria Pachner (ÖVP) war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
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