Gadermeier: „Man muss ein guter Zuhörer sein“
HOFKIRCHEN. Josef Gadermeier löste den längstdienendsten Bürgermeister des Bezirks, Alois Zauner, ab. Im Interview mit Tips verrät der 35-jährige Polizist, wo die Gemeinsamkeiten zwischen seinen beiden Berufen liegen und was in der Gemeinde in den kommenden Jahren ansteht.

Tips:Wie waren die ersten Monate im Amt?
Gadermeier: Sie waren spannend, ich habe für mich Neuland betreten und musste mich erst in den Verwaltungsapparat einarbeiten. Surreal war, dass es im Dezember keine Veranstaltungen gab, auf denen ich zu Gast sein konnte. Für mich macht das das Amt aus, um mit den Hofkirchnern in ein direktes Gespräch zu kommen.
Tips:Ihr Vorgänger Alois Zauner war 30 Jahre lang der Bürgermeister von Hofkirchen. Fühlen Sie sich, als würden Sie in große Fußstapfen treten?
Gadermeier: Es sind auf jeden Fall riesige Fußstapfen. Alois hat sich in Politpension begeben, sitzt auch nicht mehr im Gemeinderat und hat mir eine super geführte Gemeinde übergeben, die ich in den nächsten Jahren weiterführen möchte.
Tips:Welche Themen werden in den kommenden Jahren wichtig für Hofkirchen sein?
Gadermeier: Auf jeden Fall die Sanierung der Volksschule und des Kindergartens. Hier soll am gleichen Standort ein Gebäude für beide Einrichtungen entstehen, wir befinden uns derzeit noch in der Projektphase und klären die Bedingungen zur Finanzierung mit dem Land Oberösterreich ab. Dazu müssen wir auch einiges an Geld ansparen, sobald das vorhanden ist, wollen wir mit dem Bau beginnen. Wir hoffen, dass das Projekt noch in dieser Periode umgesetzt werden kann. Zudem arbeiten wir gerade am vollständigen Breitbandausbau in der Gemeinde, wobei uns unsere eigenen Tätigkeiten in der Straßenerneuerung zu Gute kommen. In den nächsten zwei Jahren soll der Vollausbau abgeschlossen werden. Zusätzlich soll das Gebäude der Union Hofkirchen erneuert werden und für die Fahrer von „Essen auf Rädern“ steht sehr bald ein E-Auto für ihre Fahrten zur Verfügung. Wir wollen auch weitere Ladestationen für Elektroautos in der Gemeinde installieren.
Tips:Welche Parallelen gibt es zwischen Ihren beiden Berufen als Polizist und Bürgermeister?
Gadermeier: In beiden Berufen muss man ein guter Zuhörer sein und sich beide Seiten anhören. Man muss versuchen, Objektivität zu bewahren und als Vermittler Kompromisse zu finden. Meinen Job auf der Polizeidienststelle Grieskirchen habe ich nach der Wahl auf 60 Prozent reduziert.
Tips:Ihr Vorgänger Alois Zauner war dafür bekannt, kein Handy zu besitzen. Setzt sich das fort?
Gadermeier: Nein, ich bin eine andere Generation und besitze natürlich ein Handy. Ich möchte gerne erreichbar sein und bin der Meinung, dass man mit kurzen Telefonaten kleinere Anliegen schneller abwickeln kann. Aber ich weiß auch, dass man ein Handy mal auf stumm schalten kann.
Tips:Mit neuem Vizebürgermeister und neuem Bürgermeister hat sich die Volkspartei in Hofkirchen neu aufgestellt. Was war der Auslöser für die Verjüngung?
Gadermeier: Unsere ehemalige Vizebürgermeisterin Elfriede Hofwimmer hat sich gemeinsam mit Alois Zauner in die Politpension begeben. Unser Motto im Wahlkampf war „Neuer Schwung für Hofkirchen“, wir konnten einige neue Leute für uns begeistern. Von den zehn Gemeinderatsmitgliedern der ÖVP sind vier neue in den Gemeinderat eingezogen.


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