ÖVP beschließt Ferientarif, Opposition geschlossen dagegen
WAIZENKIRCHEN. Bei der Einführung eines Zusatztarifs für die Kinderbetreuung an schulfreien Vormittagen und im Juli wurde scheinbar in der letzten Gemeinderatssitzung in Waizenkirchen heftig diskutiert. Während der Antrag mehrheitlich durch alle anwesenden ÖVP-Gemeinderäte beschlossen wurde, stimmten FPÖ, SPÖ und Grüne nicht zu. In einer Postwurfsendung machten die Oppositionsparteien nun ihrem Ärger Luft.

10 Euro pro Tag zusätzlich zum Monatstarif müssen Eltern für ihre Kinder in der Ferienbetreuung nun leisten, informiert die Opposition. Alleine die schon bestehenden finanziellen Mehrbelastungen, die Familien derzeit auf sich nehmen müssten, seien für FPÖ, SPÖ und die Grünen ein Faktor gewesen, diesem Zusatztarif nicht zuzustimmen.
Durch diesen Schritt riskiere man vermehrt Abmeldungen, da es für Familien finanziell immer enger werde, so die Opposition weiter. Können Elternteile dadurch keiner geregelten Arbeit nachgehen, würde sich die Belastungsspirale weiter nach unten drehen.
„Aufgrund der momentanen Teuerungen ist es vielen Familien nicht möglich, weitere Mehrbelastungen finanziell zu stemmen. Wir von der SPÖ stehen dafür, Familien zu unterstützen und konnten daher einer Teuerung nicht zustimmen“, heißt es von Seiten der SPÖ Waizenkirchen.
„Schon allein meine Funktion als Sozialausschuss-Obmann und Zuständiger für die familienfreundliche Gemeinde ließen mich diesem Antrag nicht zustimmen, denn meine Aufgabe besteht in der Förderung und Unterstützung von Familien“, so FPÖ-GV Stefan Lehner.
„Durch die Unterstützung der Familien in diesen herausfordernden Zeiten drückt eine Gemeinde auch ihre Wertschätzung aus. Indem wir gemeinsam dafür sorgen, dass eine leistbare Kinderbetreuung angeboten wird, handeln wir vorausschauend, damit Kinder in unserer Gesellschaft besser aufgehoben sind“, meint Grünen-GR Elisabeth Grüneis.
„Wollen maximal mögliche Betreuung anbieten können“
Für Ferientage sei in Waizenkirchen, anders als in den meisten Gemeinden, bisher kein zusätzlicher Beitrag eingehoben worden, betont Bürgermeister Fabian Grüneis (ÖVP). Die Betreuung im Juli und an den Vormittagen in den Herbst-, Semester- und Osterferien war kostenlos. „Leider kam es aber immer wieder vor, dass Kinder angemeldet wurden und dann einfach nicht erschienen sind“, erklärt Grüneis. Dadurch seien leider vollkommen unnötige Kosten entstanden.
„Als familienfreundliche Gemeinde ist für uns klar, dass wir die maximal mögliche Betreuung anbieten wollen“, so Grüneis. Das Gemeinde-Budget werde aber immer mehr zur Herausforderung. Vor allem in der Kinderbetreuung gäbe es inzwischen ein Defizit von rund 600.000 Euro im Jahr. „Nachdem wir nicht Gefahr laufen wollen, etwas nicht mehr anbieten zu können, müssen wir auch hier die Einnahmen und Ausgaben anpassen“, macht Grüneis klar.
Beschlossen wurde folgender zusätzliche Ferientarif: zehn Euro pro genutztem Tag, jedoch maximal 40 Euro die Woche, 25 Prozent Nachlass für das erste Geschwister, 50 Prozent für alle weiteren. Die höheren Kosten gelten nicht pauschal, sondern eben nur für jene, die diese zusätzliche Betreuung in Anspruch nehmen.
Unterstützung möglich
Bezüglich der finanziellen Mehrbelastung betont er: „Bei der Anmeldung wird darauf hingewiesen, dass man sich jederzeit beim Hilfswerk melden kann, wenn es finanziell schwierig ist. Diese Fälle werden vom Hilfswerk unterstützt und die Kosten dankenswerterweise von einem Klub übernommen.“


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