Ein Fest für Frieden und Freundschaft - und ein herber Rückschlag
GRÜNBACH. Das Fest der Begegnung, veranstaltet von der Volks- und der Neuen Mittelschule sowie den AktivistInnen von „Gemeinsam in Grünbach“ mit den Asylwerbern aus der Neumühle zeigte eindrucksvoll, dass ihre Integration auf einem guten Weg ist. Auch ein dramatischer Zwischenfall mit einem aggressiven Asylwerber kann diesen nicht umkehren.

Die erwachsenen Gäste sangen Lieder aus ihrer Heimat und wagten sich sogar an einige Sketches in deutscher Sprache. Dank der Schulen und ihrer Lehrer zeigten sich aber die Kinder als die echten Pioniere der gesellschaftlichen Eingliederung. Sie gehen ganz ungeniert aufeinander zu, überwinden spielend sprachliche Hindernisse und viele Grünbacher Kinder sind stolz auf ihre neuen und noch ein bisserl exotischen Freunde.
Kinder hinterließen Eindruck
Einen starken Eindruck hinterließen die zehnjährige Sarah und Amir (14), die in mutigem Deutsch und mit erkennbarem Stolz ihre Heimatländer Afghanistan und Iran vorstellten, und trotzdem auch den Schmerz ahnen ließen, weil sie ihre Heimat als politisch Verfolgte verlassen mussten. Zum Pausenbuffet des Elternvereins hatten die Frauen der Gäste Imbisse nach der Art ihrer Herkunftsländer beigesteuert, und ruckzuck waren ihre Teller leer geräumt.
Nächtlicher Überfall erschütterte Gemeinschaft
Die schöne Erinnerung an diesen Abend wurden nur zwei Tage später durch einen Zwischenfall schwer getrübt: Der nächtliche Überfall des mit einem Betretungsverbot belegten Mannes auf seine Frau und vier Kinder hat nicht nur großes öffentliches Aufsehen erregt, sondern auch die bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft in der Neumühle schwer erschüttert.
„Keine negativen Auswirkungen auf Bewohner“
„Wir alle sind erschüttert und empört über diesen Vorfall“, sagt Bürgermeister Stefan Weißenböck, „aber wir haben auch großen Respekt vor der Ehegattin, die trotz der großen Gefahr, in der sie sich befand, ihren Ehemann beruhigen und damit ein noch größeres Unglück abwenden konnte. Auch die anderen Bewohner des Hauses haben sehr besonnen reagiert und sofort Rettung und Polizei alarmiert. Der Fall des aggressiven Ehemannes liegt jetzt sowieso bei Polizei und Gericht, aber ich dränge energisch darauf, dass sich daraus keine negativen Auswirkungen auf seine Familie und die anderen Bewohner der Neumühe ergeben.“


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