Sturmair tritt ab, Schöffmann soll als Bürgermeister folgen
GUNSKIRCHEN. Bürgermeister Josef Sturmair verabschiedet sich nach 35 Jahren von der politischen Bühne der Gemeinde. Christian Schöffmann soll als Ortschef folgen.

Mit Jahresende wolle er sein Amt als Bürgermeister in jüngere Hände legen, erklärte der 60-jährige Josef Sturmair seinen bevorstehenden Rücktritt. Dass er schon mit 31. Dezember die politische Bühne von Gunskirchen verlässt, kam überraschend.
Seit Herbst 2009 leitet Josef Sturmair als Bürgermeister die Geschicke der über 6.200 Einwohner zählenden Marktgemeinde. Sturmair gehörte 34 Jahre dem Gemeinderat als (Ersatz-)Mitglied an, von 1997 bis 2009 war er Vizebürgermeister bevor er sich in einer Stichwahl gegen die amtierende Bürgermeisterin durchsetzen konnte. 2015 wurde er in seiner Funktion bestätigt. „Meine erste Funktion war die des Jungbauernobmannes, dann wurde ich Bauernbundobmann und so ging es weiter“, blickt er auf stolze 35 Jahre in einer politischen Funktion zurück.
Wahl im Gemeinderat
Der 52-jährige ÖVP-Gemeindevorstand Christian Schöffmann wird sich in einer Sondersitzung des Gemeinderates am 16. Jänner der Wahl zum neuen Bürgermeister stellen. Die ÖVP hat im Gemeinderat 16 der 31 Mandate, daher dürfte die Wahl eine Formsache sein.
Dass sich Christian Schöffmann bereit erklärt, dieses wichtige Amt auszuüben, erfüllt mich mit Freude und das schätze ich sehr“, sagt Josef Sturmair, der den Zeitpunkt seines Rücktritts strategisch gewählt hat: „Dass ich keine drei Perioden mache, war klar und ich wollte Schöffmann genug Zeit geben, sich einzuarbeiten“, erklärt er, schon die Gemeinderatswahlen Ende 2021 im Blick. Der Nachfolger gehört seit 2015 dem Gemeinderat an, ist seit 2012 Gemeindeparteiobmann-Stellvertreter. Der kaufmännische Angestellte bei Fliesen Felbermair ist verheiratet und hat drei Kinder.
Gabriele Modl bleibt weiterhin Vizebürgermeisterin. Schöffmann und Modl haben schon bisher gut zusammengearbeitet. Als neuer Gemeindevorstand soll Gemeinderat Norbert Schönhöfer nachrücken.
Der Mensch im Mittelpunkt
„Nicht nur Gunskirchen liegt im Mittelpunkt Oberösterreichs. Bei meinen Aufgaben als Bürgermeister und Vizebürgermeister waren die Gunskirchner immer im Mittelpunkt meiner Überlegungen und Entscheidungen“, erklärt Josef Sturmair. Es sei ihm auch immer um die Sache gegangen und nicht um politisches Kalkül.
Herzensanliegen Sportzentrum
Sturmairs Herzensanliegen war immer das Sport- und Freizeitzentrum. Dafür hat er viele Jahre unermüdlich gekämpft. Es befindet sich gerade in Bau und wird nächstes Jahr eröffnet. „Dieses Zentrum wird ein Treffpunkt für Jung und Alt werden. Besonders unsere Jugend braucht Möglichkeiten, um einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung in der Nähe nachgehen zu können. Das war mir wichtig und darum habe ich viele Jahre dafür gekämpft, dass wir die neue Sport- und Freizeitanlage realisieren können“, erklärt er seinen Einsatz für dieses Projekt.
Jubiläumsjahr 2020
Der Rücktritt kommt auch vor den Feierlichkeiten zu einem großen Jubiläum. 2020 feiert Gunskirchen 1.200 Jahre erste urkundliche Erwähnung. Mehrere Veranstaltungen und Projekte dazu sind in Planung. „Die Eröffnung und die Jubiläumsfeiern sind nun eine gute Bühne für meinen Nachfolger“, ist sich Sturmair sicher.
Nachfolge gut geplant
Die Amtsübergabe hat man in der ÖVP gut vorbereitet. Sturmair hat schon vor längerer Zeit begonnen Gespräche über Zukunftsfragen zu führen. Über den Sommer sei die Vorgangsweise dann so festgelegt worden.
Als normaler Gemeindebürger wird Sturmair sicher nicht langweilig werden. Er und seine Frau Maria werden den Sohn in der Landwirtschaft unterstützen und sich den drei Enkelkindern widmen. Natürlich will er auch weiterhin rege die Gunskirchner Veranstaltungen besuchen. Und einen Wunsch will er sich noch erfüllen: ein Musikinstrument erlernen, nur welches das weiß der 60-Jährige noch nicht genau.


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