Anrainer machen gegen geplantes Betriebsbaugebiet auf der Mayrhöhe mobil

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Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 21.01.2020 15:49 Uhr

GUTAU. Kein Verständnis für die geplante Umwidmung von 3,1 Hektar landwirtschaftlichem Nutzgrund auf der Mayrhöhe in ein Betriebsbaugebiet haben die Anrainer. Gut 60 von ihnen haben eine entsprechende Unterschriftenliste unterzeichnet.

Auf der Mayrhöhe in Schallhof, die an der Kefermarkter Straße zwischen Gutau und Kefermarkt liegt, soll auf einer Fläche von 3,1 Hektar ein Betriebsbaugebiet für Klein- und Mittelbetriebe entstehen. Der Gutauer Gemeinderat hat bereits im Oktober 2019 eine Umwidmung ins Auge gefasst. Noch bis 31. Jänner 2020 können Stellungnahmen eingebracht werden.

„Mitten in der Natur soll alles zubetoniert werden“

„Wir verstehen nicht, warum hier mitten in der Natur alles zubetoniert werden soll. Ein Gewerbegebiet passt nicht in ein Umfeld von landwirtschaftlichen Häusern bzw. neu bebauten Feldern“, meinen Anrainer, die namentlich nicht genannt werden wollen. Sie befürchten Lärm-, Schmutz-, Geruchs- und Verkehrsbelästigung und dass es nicht bei einer Fläche von 3,1 Hektar bleiben könnte.

Unterschriftenliste

Rund 60 Anrainer haben ihre Unterschrift auf eine Liste gesetzt, um gegen die geplante Umwidmung zu protestieren. Sie fragen sich, warum nicht das bereits bestehende Gewerbegebiet in Gutau erweitert wird.

Bürgermeister: „Wollen die Unternehmen in der Gemeinde halten“

Gutaus Bürgermeister Josef Lindner (SPÖ) erklärt: „Es gibt in Gutau Betriebe, die für ihre Weiterentwicklung ein Areal brauchen und suchen. Wir wollen die Unternehmen gerne in der Gemeinde halten und verhindern, dass diese absiedeln. Hier geht es um Arbeitsplätze in der Region und um die Einnahmen aus der Kommunalsteuer, mit denen der Ort weiterentwickelt werden kann. Daher haben wir verschiedene Standorte überprüft“, sagt Lindner.

Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat

„Nachdem es am Ortsrand keine Möglichkeit für ein Betriebsbaugebiet gibt, hat sich der Gemeinderat einstimmig für eine Umwidmung der Fläche auf der Mayrhöhe ausgeprochen. Das Areal bietet sich an, weil der Grund (derzeit als Grünland gewidmet und in Besitz zweier Landwirte, Anm.) verfügbar ist, weil die Anbindung an die Straße und in weiterer Folge an die S10, gegeben ist, und weil sich die Wasser- und Kanalanschlüsse in der Nähe befinden“, argumentiert Lindner.

Stellungnahmen stehen noch aus

„Ob wir das Betriebsbaugebiet auf der Mayrhöhe realisieren können, wissen wir derzeit noch nicht. Es gilt erst noch, verschiedene Stellungnahmen abzuwarten“, informiert der Ortschef. „Dass es eine Herausforderung wird, ist uns im Gemeinderat allen bewusst. Wir werden das Vorhaben sehr genau prüfen.“

Auch der Verband Interkommunale Betriebsansiedelung Region Freistadt (Inkoba) – alle 27 Gemeinden des Bezirks Freistadt sind Mitglieder – wird noch eine Stellungnahme zu der geplanten Umwidmung abgeben.

Inkoba-Obmann: „Werden uns die Sache im Detail anschauen“

„Sobald eine Gemeinde ein Betriebsbaugebiet plant, das größer als 0,5 Hektar ist, hat die Inkoba ein Mitspracherecht“, sagt Inkoba-Obmann Fritz Stockinger, Bürgermeister von Rainbach. „Sollte die Inkoba kein Interesse daran haben, ist das Betriebsbaugebiet ausschließlich Sache der Gemeinde. Ob das Areal in Gutau ein Inkoba-Gebiet wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir werden uns die Sache noch im Detail anschauen“, kündigt Stockinger an.

Grüne Bezirkssprecherin: „Sinnvoller ist es, Inkoba-Standorte auszubauen“

Christiane Jogna, Bezirkssprecherin der Grünen, hat sich das für die Umwidmung vorgesehene Areal auf der Mayrhöhe gemeinsam mit LAbg. Ulrike Böker, Fachfrau für Raumordnung, angesehen.

„Ich bin überrascht, dass diese Grünfläche dafür im Gespräch ist. Hier soll eine relativ große Fläche mitten in der Natur und weit weg von allem umgewidmet werden. Das widerspricht jeglichen Prinzipien der Raumordnung. Ich bezweifle, dass alle fachlichen Stellungnahmen positiv ausfallen und die Umwidmung genehmigt wird“, sagt Jogna.

„Ich bin bestimmt nicht wirtschaftsfeindlich, aber der Meinung, dass es sinnvoller ist, bereits bestehende Inkoba-Standorte auszubauen und nicht auf der Mayrhöhe etwas völlig neu zu entwickeln.“

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