Hagenbergerin studiert in Großbritannien: "Vielen jungen Briten ist der Brexit völlig egal!"
HAGENBERG. Der Brexit ist in aller Munde, die Medien in ganz Europa überschlagen sich mit Berichten über den bevorstehenden (oder auch nicht) Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Eine junge Hagenbergerin erlebt die politischen Turbulenzen hautnah – Johanna Jogna verbringt gerade ein Auslandssemester in Edinburgh. „Nach so vielen Berichten kann ich das Thema Brexit noch immer nicht ganz begreifen“, sagt sie im Tips-Gespräch.

Mehr als andere Studenten setzt sich Johanna Jogna, die Tochter von Grünen-Bezirkssprecherin Christiane Jogna, mit dem Brexit auseinander. „Für mich ist der Austritt Großbritanniens aus der EU ein wichtiges Thema, ich verfolge es nach wie vor intensiv“, sagt die junge Hagenbergerin. Für sie persönlich ist das Auslandssemester auch im Fall des rechtskräftigen Brexit geregelt. „Es gibt anscheinend eine gewisse Frist bis Ende 2020 für Auslandsstudenten; wie es danach weitergeht, ist noch nicht sicher.“
Auslandssemester nicht mehr kostenlos
Studieren in Großbritannien wird im Rahmen des beliebten „Erasmus“-Programms danach nicht mehr kostenlos sein, Interessenten werden sich wohl darum bewerben müssen. „Wir hatten bis jetzt auch von der Uni aus die Möglichkeit, Unterrichts-praktika in Großbritannien zu absolvieren. Kürzlich haben wir die Info bekommen, dass diese aufgrund des Brexit nicht mehr garantiert werden können. Die internationale Bildung wird also darunter leiden, weil Großbritannien aufgrund der Sprache wirklich viele Türen öffnen konnte.“
Jugend zeigt Desinteresse
Erschreckend findet Johanna Jogna, dass erstaunlich wenige junge Menschen wissen, was sich gerade in ihrem Land abspielt und welche Konsequenzen auf sie und ihre Heimat zukommen könnten. „Die Menschen in meiner Altersgruppe sind ja in Zukunft am meisten von den Folgen des Brexit betroffen!“
Brexit in allen Schlagzeilen
Derzeit komme man nicht an Kiosken ohne Brexit-Schlagzeilen auf den Titelseiten vorbei. „Beachtung bekommen diese jedoch nicht viel“, wundert sich die Studentin. Auch international sei nur wenig Interesse vorhanden. „Ich habe auch mit Mitstudierenden aus den USA, China und Japan gesprochen. Hier kennen viele nur die Eckdaten, wenn überhaupt. Für mich ist das kaum vorstellbar, aber es ist reines Eigeninteresse, ob die Menschen, vor allem junge, sich informieren wollen oder nicht.“ Laut ihrem persönlicher Eindruck liegen international die Prioritäten woanders als auf der Stabilität von Europa.


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