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BEZIRK/HAGENBERG. Die Klimaveränderung ist bereits spürbar und die Prognosen verheißen nichts Gutes. Warum es so wichtig ist, Wasser nicht einfach aus der Region abzuleiten, erklärt Fritz Robeischl aus Hagenberg, Obmann der Bürgerinitiative für ökologischen und nachhaltigen Hochwasserschutz.

  1 / 2   Zu keiner Zeit war die Wasserwegweisung oder -ableitung so perfekt ausgebaut wie jetzt. Zugleich haben Hochwasser und Wassernot den selben Ursprung. Foto: Wodicka

Zu keiner Zeit war die Wasserwegweisung oder -ableitung so perfekt ausgebaut wie jetzt. „Durch Hausdächer, Asphaltflächen und sonstige Bodenverdichtungen kann auf immer größeren Flächen kein Wasser mehr in den Boden eindringen. Es fließt direkt in die Bäche ab. Die Wasserabflussmengen erhöhen sich dadurch unnatürlich, was die Hochwassergefahr verschärft. Das dabei „verlorene“ Wasser fehlt jedoch später dem Wasserhaushalt, es kommt zu immer größerer Wassernot in den Fließgewässern, aber auch in Brunnen“, erklärt Fritz Robeischl den Zusammenhang von Hochwasserschutz und Wassernot.

Wasser zurückhalten

Er und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative fordern als Gegenmaßnahme dringend mehr Wasserrückhalt und Versickerung in der Fläche statt Wasserwegweisung. „Durch Aktivierung von Versicherungs- und Rückhalteräumen wie Kotfänge, Hausteiche, „Schwön“, Zisternen usw. kann man dazu beitragen. Die vieldiskutierten Hochwasserschutz-Rückhaltebecken könnten dadurch kleiner werden – eine Win-win-Situation für Mensch und Natur. Denn auch die Gewässerzerstörung durch Starkregenabfluss mit all ihren vielen negativen Folgen würde sich dadurch reduzieren“, ist sich Robeischl sicher.

„Gesetz veraltet“

Die Bürgerinitiative tritt für ein Abgehen vom ihrer Meinung nach veralteten Wasserbautenfördergesetz ein, laut dem zentrale große Wasserspeicherbecken günstiger und am effektivsten sind. „Dabei werden nur die Errichtungskosten verglichen, die Folgekosten in Form von Schäden an Gewässern und Ökologie werden ausgeblendet“, kritisiert Fritz Robeischl. Als Folge der radikalen Wasserabflüsse wird viel wertvolle Erde abgeschwemmt, die natürlichen Ufer werden weggerissen, Erosion und Versandung der Gewässersohle beeinträchtigen den Lebensraum der Wassertierwelt. Weiter flussabwärts muss dieses Material aus der Aist kostenintensiv wieder ausgebaggert werden.

Ehestmöglich speichern und beruhigen

„Ein erster kleiner Schritt könnte beim geplanten Hochwasserschutzprojekt Aist getan werden. Durch Dezentralisierung der Rückhalte hin zu den Zubringerbächen, wo das Hochwasser entsteht. Das Wasser ehestmöglich speichern und beruhigen ist als Maßnahme unumgänglich. Wir sagen Ja zum Hochwasserschutz, es braucht aber mehr als derzeit geplant die beiden großen Rückhaltebecken an der Feldaist“, appellieren die Aktivisten an die Bürgermeister und an die Politik im Allgemeinen.


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Hager
Hager
08.06.2019 14:37

Retention ohne Becken

Rückhaltebecken sind langfristig ökologischer Unsinn. Das Wasser muss sich wieder natürlich ausbreiten können. Dafür dürfen keine niedrigen Gebiete mehr bebaut werden. Umsiedlung und Renaturierung bei Fehlbebauungen. Haftung der behördlichen Verantwortlichen für Bebauung von Überschwemmungsgebieten. Keine zusätzlichen Versiegelungen. Weniger Bau- und Tourismuswahnsinn in Österreich, Verbot von Beschneiungsanlagen, Rückbau von Flussläufen. Nur so kann sich das Grundwasser wieder erholen und die Folgen von Hochwassern sind weniger schlimm.


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