Therapiehunde gegen Stress in der Prüfungszeit

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Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 09.07.2019 16:46 Uhr

HAGENBERG/PASCHING. Studierende der Fachhochschule Hagenberg durften während der Prüfungswoche Zeit mit ausgebildeten Therapiehunden verbringen. Das Spielen und Kuscheln mit den Vierbeinern soll den Stress in der Prüfungszeit reduzieren. 

Parallel für mehrere Fächer lernen, Unmengen an Prüfungsstoff, wenig Schlaf, Leistungsdruck, Angst vorm Scheitern – diese Situation kennen fast alle Studierenden. Daher luden das Unternehmen Tractive aus Pasching und der Verein Humanis et Canis Studierende der Fachhochschule Hagenberg in der Prüfungswoche zu einem in Österreich einzigartigen Projekt ein. Die Studierenden sitzen im Kreis, die drei Hunde Clou, Charon und Quinta stehen mit ihrer Besitzerin, der Linzerin Bettina Falzeder, in der Mitte.

Rückenmassage, Tricks und viele nasse Bussis

Zuerst stellt Falzeder die Besonderheiten jedes einzelnen Hundes, wie „Quinta mag es nicht, auf dem Kopf gestreichelt zu werden“, vor und erklärt die Befehle, auf die die Hunde reagieren. Ausgestattet mit Leckerlis dürfen die Studenten die Hunde streicheln, kuscheln und sie zu Tricks auffordern. Pfote geben, sich im Kreis drehen, rückwärts im Kreis um eine Person laufen und eine Rückenmassage geben. Die ziemlich nassen Bussis auf die Nase oder die Ohren, freche Aktionen von Quinta und wenn sich Charon etwas tollpatschig zeigt, sorgen für viele Lacher. Zum Schluss werden noch Leckerlis im Hundespielzeug versteckt. Dabei müssen Charon, Quinta und Clou zylinderförmige Bauklötze mit dem Maul heben oder Plättchen verschieben, um an die Leckerbissen zu kommen. Die Studierenden wirken nach den 30 Minuten sichtlich entspannt. „Es war wirklich eine tolle Erfahrung. Man wird vom Stress abgelenkt und fühlt sich wirklich entspannt danach“, sind sich Lisa-Maria Wurm und Christina Lettner einig.

Beruhigende Wirkung

„Universitäten in Amsterdam und Kanada machen es vor und setzen Hunde zur Stressreduktion ein“, erklärt Laura Köglberger von Tractive. Das Unternehmen aus Pasching entwickelt GPS-Tracker für Haustiere und Apps für Haustierbesitzer. „Die Gründer waren selbst Studenten an der FH Hagenberg und wollten daher das Projekt hier ausprobieren“, sagt Köglberger, die sich selbst mit dem Thema bereits in ihrer Bachelor-Arbeit befasst hat. „Dass der Umgang mit Tieren eine beruhigende Wirkung auf Menschen hat, ist schon seit langem bekannt. Der Weg von Informationen ins Gedächtnis wird durch Angst und Stress eingeschränkt. Schon eine leichte Erhöhung des Cortisolspiegels, zum Beispiel bei Nervosität, geht mit deutlichen Leistungseinbußen einher. Für ein zweckvolles Abrufen der Informationen aus dem Gedächtnis und eine sowohl feste als auch stabile Speicherung sind positive Emotionen eine wichtige Grundvoraussetzung.“

In Gefängnissen und Schulen im Einsatz

Jeweils eine halbe Stunde durften die Gruppen mit maximal sieben Studierenden mit den Hunden verbringen. Nach eineinhalb Stunden wurde getauscht und es kamen neue Hunde zum Einsatz. „Das ist wichtig, damit es den Hunden nicht zuviel wird“, erklärt Bettina Falzeder vom Verein Humanis et Canis, die seit 14 Jahren mit Therapiehunden arbeitet.Der Verein bildet Therapiehunde aus, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. „Ich bin mit meinen drei Hunden hauptsächlich in Gefängnissen im Einsatz.“ Dabei wird regelmäßig mit den Häftlingen an der Kooperationsfähigkeit und dem Umgang mit Wut gearbeitet. Die Therapiehunde des Vereins kommen vor allem auch in Schulen, bei Kindern oder bei Menschen mit Beeinträchtigung zum Einsatz. Der Verein zählt zirka 300 Mitglieder.

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