Familie mit drei Babys geflüchtet
VESTENTHAL. Nur zwei Wochen nach der Geburt ihrer Drillinge trat eine Familie die gefährliche Flucht aus ihrer Heimat Syrien an. Im Pfarrhof haben die insgesamt sechs Kinder und ihre Eltern dank engagierter Menschen eine Bleibe gefunden.

Seit etwa zwei Wochen wohnt die achtköpfige Familie in Vestenthal. Die größeren Kinder im Alter von zehn und acht Jahren besuchen bereits die Schule, ein vierjähriges den Kindergarten. „Es bedarf keiner Details, aber die Flucht war mehr als begründet“, erklärt Bürgermeister Manfred Schimpl die große Verzweiflung, warum die Familie ihr Daheim in Syrien hinter sich gelassen hat. Bis ihre strapaziöse Reise ein sicheres Ende in Österreich fand, dauerte es rund ein Monat.
Eine ehrenamtliche Haidershofnerin wurde auf die syrische Familie in Wien aufmerksam, wo diese von ORF-Radiolady Claudia Stöckls Verein „ZUKI - Zukunft für Kinder“ Unterstützung bekam. „Wenn du täglich fürchtest vom Einkaufen nicht lebend nach Hause zu kommen, sondern auf dem Heimweg erschossen zu werden, dann sind die Strapazen einer Flucht nicht wirklich bedrohlich“, zitiert Stöckl den Vater der sechs Kinder, danach gefragt, warum seine Familie so rasch nach der Dreifach-Geburt von Syrien aufbrach.
In Haidershofen handelt es sich um die bisher einzige untergebrachte Flüchtlingsfamilie. Der Vestenthaler Pfarrhof ist der Diakonie als Unterbringung angeboten worden. Laut Bürgermeister stünden jedoch Unterkünfte über die ganze Gemeinde verteilt zur Verfügung - für insgesamt ca. 20 bis 25 Hilfesuchende. Mit dem eigens gegründeten Verein „Willkommen Mensch“ in Haidershofen, dem auch der Ortschef angehört, ist man auf weitere Flüchtlinge vorbereitet. Eine Auftaktveranstaltung der Freiwilligenplattform war bestens besucht. „Wir wollen unseren Beitrag leisten“, sagt Schimpl, der weiß, dass nicht alle in der Gemeinde gleichermaßen davon begeistert sind. „Wieviele kommen werden, weiß niemand genau. Aber der Verein trägt nach außen, dass es unbedingt eine Begleitung für die Flüchtlinge braucht.“ Hilfsbereitschaft gebe es zum Glück reichlich. Den bereits Untergebrachten werde Deutschunterricht erteilt, ein örtlicher Arzt war für Untersuchungen bereit etc.
Mit der syrischen Familie zu sprechen klappt derzeit vor allem noch dank Dolmetscher oder Übersetzerprogramm am Handy. Was Schimpl aber bereits erfahren hat, ist, dass der Vater gelernter Tischler ist und sehr gerne arbeiten möchte. Und dass es sein größter Wunsch ist, einmal wieder nach Hause zurückzukehren. In ein Syrien in Frieden.


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