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HASLACH. Wie wichtig schon das erste Gespräch für Asylwerber ist, zeigt das Beispiel einer Haslacher Familie: Rasoul und seine Frau Sara kamen vor drei Jahren aus dem Iran nach Österreich – heute haben sie dank juristischem Beistand gleich in der ersten Instanz die Aufenthaltsgenehmigung in der Tasche.

Rechtsanwaltsanwärter Alexander Märzinger (l.) hat die junge Familie gut beraten und betreut. Foto: privat

Schon beim ersten Interview, das eigentlich eine Vernehmung sei, werden die Weichen gestellt, ist Rechtsanwalt Manuel Krenn überzeugt. „Viele Schutzsuchende und ihre Betreuer unterschätzen die Bedeutung dieses ersten Verfahrens. Den Sachverhalt, der hier nicht aufgezeigt wird, kann in zweiter Instanz oft nicht mehr geltend gemacht werden. Und Widersprüche, Missverständnisse oder fehlerhafte Angaben kann man beim zweiten Verfahren nur sehr schwer reparieren“, weiß der Jurist.

Schutzgründe glaubhaft machen

Bei dem geflüchteten Paar ist es gut gelungen, die Schutzgründe – die natürlich vorliegen müssen – aufzuzeigen und glaubhaft zu machen. „Es war aus juristischer Sicht ein Musterverfahren“, freuen sich Krenn und Rechtsanwaltsanwärter Alexander Märzinger, der die Familie betreut hat. „Mit unseren Argumenten und Zeugenaussagen konnten wir gleich in erster Instanz den BFA-Beamten (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) überzeugen“, ergänzt Märzinger.

Als Christ verfolgt

Rasoul wurde aus religiösen Gründen im Iran verfolgt. Er war als Moslem im Geheimen Mitglied einer christlichen Gemeinschaft geworden. „In seiner Heimat gäbe es für ihn und Sara keine Zukunft“, berichtet Gerald Laher, in dessen Haus die beiden mit ihrer kleinen Tochter wohnen. Gemeinsam mit Christian Lorenz haben sie sich mehr als ein Jahr auf ihre Taufe und Firmung vorbereitet und sich intensiv mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt. „Wir haben uns alle über das Bleiberecht gefreut“, sagt Laher.

Mit einem kleinen Fest wurde dieses im Pfarrzentrum gefeiert. Dabei betonten die Iraner, dass „sie fix in Haslach bleiben werden.“ Rasoul, ein studierter Landwirtschafts-Ingenieur mit Zusatzausbildung für Pilzzucht, Bienenzucht und Gewächshausmanagement, der sehr gut Deutsch spricht, hofft jetzt auch bald einen Job zu finden. Damit er gut für seine kleine Familie sorgen kann.


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