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Naturtipp: Warum Wasservögel auf dem Eis nicht festfrieren und Bienen Trauben bilden

Martina Gahleitner, 08.01.2016 15:00

Gewusst wie: Wasservögel halten ihre Füße nach dem Prinzip des Wärmetauschers warm und frieren so nicht fest. Honigbienen dagegen wärmen sich im Bienenstock gegenseitig.

Wenn Teiche, Seen und Flüsse zufrieren, fürchtet so mancher besorgte Naturfreund, dass Wasservögel auf der Eisfläche festfrieren könnten. Diese Sorge ist jedoch weitgehend unbegründet. Die Vögel sind zwar barfuß unterwegs, an eisige Umstände aber bestens angepasst. Dass sie auch an den federlosen Füßen nicht auskühlen, dafür sorgt das so genannte Wundernetz, das nach dem Prinzip des Wärmetauschers funktioniert.

Im Wundernetz der Vogelbeine liegen feine Blutgefäße sehr dicht beieinander. Das Blut der Arterien strömt darin vom knapp 40 Grad warmen Körper Richtung Füße. Dabei fließt es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füßen wieder zum Körper zurück transportieren. Im Wundernetz erwärmt das warme Blut das kalte – wie bei einem Wärmetauscher. Eine Ente kühlt deshalb selbst dann nicht aus, wenn sie stundenlang auf dem Eis herumwatschelt. Dabei sind die Füße gut durchblutet – allerdings mit relativ kaltem Blut – weshalb kaum Wärme verloren geht und auch das Eis unter den Füßen der Enten nicht wegschmilzt.

Gemeinsam überwintern

Anders halten es die Honigbienen, hier wird gemeinsam überwintert. Auf die kalte Jahreszeit sind Bienen von Natur aus und mit Hilfe des Imkers bestens vorbereitet. Im Spätsommer ergänzt der Imker individuell das Winterfutter der Bienen, entweder lässt er ihnen genug Honig oder ersetzt einen Teil durch eine Zuckerlösung, welche die Bienen dann zu Futter verarbeiten. Dieses energiereiche Winterfutter nutzen die Bienen dann zum Heizen. Die Wärme entsteht in der Brustmuskulatur der überwinternden Bienen. Jede Biene kann etwa 30 bis 40 Minuten lang eine recht hohe Temperatur von bis zu 40 Grad Celsius erzeugen. Wenn das Volk nicht brütet, sinkt die Temperatur am Rand des Bienenvolkes auf rund 10 Grad ab. Im Innern der Wintertraube ist es wärmer und die Bienen wechseln sich ab: Jede kommt einmal von außen nach innen, um sich aufzuwärmen, selber zu heizen und den „Tank“ mit Futter aus den Vorratszellen wieder aufzufüllen.

Aus Sicht der Bienen ist ein kalter, trockener Winter besser zu ertragen als ein warmer, feuchter Winter. Mit genügend Vorräten ausgestattet, in einem trockenen Bienenstock sitzend, überstehen sie die kalte Jahreszeit problemlos.

Verfasser:

Thomas Engleder

gruenesherz.boehmerwaldnatur.at


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