Naturtipp im Juni: Vorsicht Brennnesseln!
Sie zählen nicht unbedingt zu unseren Lieblingen in der Pflanzenwelt. Wie kaum eine andere Pflanze sind sie immer in unserer Nähe und ein fast alltäglicher Anblick: Brennnesseln wachsen überall dort, wo es nährstoffreiche Erde gibt.

Wer denkt da nicht spontan an unangenehme Begegnungen mit diesen Pflanzen? In der Pflanzenwelt sind Brennnesseln die Unberührbaren. Niemand wird einen geliebten Menschen mit einem Strauß Brennnesseln beglücken, kein Gedicht hebt ihre Schönheit hervor. Es lohnt sich jedoch genauer hinzusehen.
Raffinierte Verteidigung
Die Pflanze hat mit Brennhaaren eine raffinierte Verteidigung entwickelt. Suchen Sie mit einer Lupe eines dieser Brennhaare: Unten sitzt ein durchsichtiger Körper und oben darauf eine lange Spitze. Hier hat die Pflanze Kieselsäure eingelagert; die Spitze ist hart und bricht bei der kleinsten Berührung. Die abgebrochene Spitze ist messerscharf, ritzt die Haut und der Inhalt entfaltet seine Wirkung: Es brennt. In der Regel lässt der so Gepeinigte seine Finger von diesen Pflanzen. Mit ihren Brennhaaren schützen sie sich davor, von größeren Tieren gefressen zu werden.
Schmetterlinge fliegen auf sie
Es gibt „Besucher“ der Brennnesseln, die gelernt haben, damit umzugehen. Etwa 50 Schmetterlingsarten nutzen die Brennnesseln als Kinderstube. Dazu zählen das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs und das Landkärtchen. Ihre Raupen kriechen und fressen dort, wo weniger Brennhaare sind. Auch wenn die Brennnesseln nicht so attraktiv sind – ihre Bewohner sind dafür umso hübscher.
Breitwegerich hilft
Bei Brennnessel-Stichen hilft übrigens Breitwegerich: Ein Breitwegerich Blatt wird leicht gequetscht und über die Brennnesselstiche gerieben. Schon nach 30 Sekunden ist der Juckreiz abgeschwächt.
Verfasser: Karl Zimmerhackl, Naturschutzjugend önj Haslach


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