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Brexit und seine Folgen: "Für uns Auslands-Österreicher gibt es keine Bleibegarantie"

Martina Gahleitner, 31.03.2017 08:15

HELFENBERG/LONDON. Mit dem offiziellen Antrag von Theresa May für den Austritt aus der EU, hat Großbritannien die Weichen für eine Zukunft außerhalb der europäischen Gemeinschaft gestellt. Andrea Kitzberger-Smith bekommt das alles hautnah mit, denn die Helfenbergerin lebt seit 2007 in England. Wie es ihr als Auslands-Österreicherin in diesen unsicheren Zeiten geht, hat sie den Tips erzählt.

  1 / 2   Großbritannien hat den offiziellen Antrag für einen Austritt aus der EU gestellt - damit brechen vor allem für nicht-britische EU-Bürger ungewisse Zeiten an. Foto: Andrea Damm/pixelio.de

Als sehr weltoffene, multi-kulturelle, großartige Metropole hat die Mühlviertlerin London kennen gelernt. Hier herrsche eine eigene, fast sogar eine Parallel-Welt, abseits von sozialen und wirtschaftlichen Problemen, die es in manchen Teilen Großbritanniens gibt. „Deshalb war der Schock direkt nach dem Referendum schon sehr groß, auch bei meinen vielen englischen Arbeitskollegen. Die Mehrheit der Londoner hat einfach nicht damit gerechnet“, erzählt Andrea Kitzberger-Smith, die persönlich sehr von der EU profitiert hat. In London ist daher die Stimmung nach dem offiziellen Antrag von Theresa May für den EU-Austritt besonders getrübt, mehr als anderswo. „Gerade letztes Wochenende war wieder eine pro-EU Demonstration in London. Und ausländerfeindliche und Anti-Immigrations-Parolen habe ich hier in London noch nie vernommen.“   

Niederlassungsstatus bringt zu wenig Sicherheit

Für Andrea Kitzberger brechen als Auslands-Österreicherin ungewisse Zeiten an. „Es gibt keine Bleibe-Garantie - weder für britische Staatsbürger in anderen EU-Ländern, noch für nicht-britische EU-Bürger in Großbritannien“, berichtet sie. „Einige meiner Freunde aus EU-Ländern, wie Italien oder Deutschland, haben seit dem Referendum einen Niederlassungsstatus in Großbritannien beantragt, manche sogar die britische Staatsbürgerschaft, um der Unsicherheit zu entkommen und rechtliche Sicherheit zu schaffen.“ Für die gebürtige Helfenbergerin ist diese Erlaubnis aber zu wenig, um einen zukünftigen Aufenthalt garantieren zu können. Und die britische Staatsbürgerschaft ist für sie keine Option, obwohl sie mittlerweile schon seit zehn Jahren in England lebt und noch dazu mit einem Briten verheiratet ist. Denn Österreich erlaubt keine Doppelstaatsbürgerschaft.

„Wollen kein Faustpfand sein“

Die Wahl-Engländerin, die als Raum- und Städteplanerin arbeitet, hofft, dass sich Großbritannien und die EU-Mitgliedsstaaten auf der Basis von Gegenseitigkeit und Fairness rasch über die Rechte ihrer jeweiligen Bürger einigen. „Die Verhandlungen in den nächsten zwei Jahren werden bestimmt nicht einfach sein. Aber ich hoffe, dass wir nicht zum Faustpfand oder Druckmittel werden. Generell bin ich aber zuversichtlich, dass jene, die schon einige Jahre in Großbritannien gelebt und gearbeitet haben, auch nach dem Vollzug des Brexits weiterhin bleiben können.“

Zur Person

Andrea Kitzberger-Smith hat bei einem Auslandssemester in Australien im Jahr 2004 ihren nunmehrigen Ehemann kennengelernt. Nach Abschluss ihres Studiums zog sie 2007 nach England. Sie arbeitet für zwei Londoner Bezirke, Richmond upon Thames und Wandsworth, die im Oktober letzten Jahres ihr gesamtes Personal fusioniert haben und leitet die Abteilung für Raumplanung, Städtebau und Denkmalschutz.


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