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HELFENBERG. Nach der Verkündung der favorisierten Trasse für die geplante 110 kV-Leitung (Tips berichtete) haben sich betroffene Grundstückseigentümer in Helfenberg versammelt.

Foto: Gerald Draxler
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Nach der Begrüßung durch den Ahorner Ortsbauernobmann und Biobauern Günter Pötscher richtete Landwirtschaftskammerrat Dominik Revertera das Wort an die etwa 240 Besucher. Der Forstwirt betonte die seiner Meinung nach „fatalen Auswirkungen einer potenziellen 110kV-Freileitung auf den ohnehin unter Druck stehenden Wald“. Er plädierte an die Vernunft der Verantwortlichen und für ein Erdkabel.

Kritik an Prozess

Der Obmann der IG Landschaftsschutz Mühlviertel, Bernhard Neulinger, erläuterte den Trassenfindungsprozess und sparte nicht mit Kritik. Die Begründung der bisherigen Systementscheidung vor allem mit sehr hohen Mehrkosten eines Erdkabels sei nicht nachvollziehbar. Der vom Land OÖ in Auftrag gegebene Kostenvergleich Freileitung zu Erdkabel stelle sich aus Sicht der IG als höchst fragwürdig dar. Es sei unverständlich, dass in den Städten schon seit Jahrzehnten Erdkabel bis zur 380kV-Spannungsebene verlegt sind, der ländliche Raum aber noch immer mit Freileitungen „abgespeist“ werden solle. Strombedarfsanalysen als Grundlage für den geplanten Starkstromleitungsbau seien der IG Landschaftsschutz Mühlviertel trotz mehrmaligem schriftlichem Ersuchen bis heute nicht zur Verfügung gestellt worden, hieß es.

Ziel der Aktiven sei es, so der Obmann, die Bevölkerung und die Politik von der Machbarkeit und Sinnhaftigkeit der 110 kV-Erdkabelleitung zu überzeugen. Mit den Netzbetreibern wolle man gemeinsam den falschen Weg der Systementscheidung korrigieren.

Appell für eine schonende Lösung

Rechtsanwalt Wolfgang List erläuterte die vor allem für Grundeigentümer relevanten Grundlagen. Markus Haslinger erneuerte abschließend eine vor einem Jahr ausgesprochene Einladung der IG Landschaftsschutz Mühlviertel an Landeshauptmann Thomas Stelzer: Die Region bietet, unterstützt durch Experten, weiterhin an, gemeinsam mit den Netzbetreibern und der Politik zum Wohle aller eine innovative und das Mühlviertel schonende Lösung für eine sichere und zukunftsorientierte Stromversorgung zu erarbeiten – was mit großem Applaus bedacht wurde.

In angeregten Gesprächen ließen die Grundeigentümer und andere Interessierte den Abend ausklingen.


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