Verein aus Hochburg-Ach im Kampf für nachhaltige Umwelt
HOCHBURG-ACH. Der Verein „mia4moang“ aus Hochburg-Ach setzt sich seit Anfang 2015 für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ein und kämpft für die Klimagerechtigkeit. Tips hat mit Vereins-Obfrau Verena Steiner über die Tätigkeit und Bewegunggründe des Vereins gesprochen.

Tips:Frau Steiner, Mia4moang – für was steht der Verein ein?
Verena Steiner: Wir haben uns vor etwa fünf Jahren gegründet, auch als Folge des Einsturzes von Rana Plaza, der Näherei in Bangladesch, wo über 1.100 Menschen ums Leben kamen. Unser Wunsch ist ein gutes Leben, in dem wir niemanden ausbeuten und unsere Umwelt so hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben.
Tips:Welche Initiativen setzt ihr, um das zu erreichen?
Steiner: Jeden Winter gibt es bei uns drei Info-Abende – mit Vorträgen, Diskussion, teilweise Filmen. Die letzten Vorträge waren von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zum Thema Klimawandel und dem Verein „Land schafft Leben“ zum Thema Lebensmittelproduktion in Österreich. In den Jahren davor beschäftigten wir uns mit Fast Fashion, Elektroschrott in Ghana, Bienensterben, Glyphosat und Lebensmittelverschwendung. Jeden Sommer bieten wir im Rahmen des tollen Ferienprogramms unserer Gemeinde zwei Workshops für Kinder an: Solarboote bauen und Upcycling. „Ich näh mir mein T-Shirt selbst“ war ein Workshop für Erwachsene. Aufgrund von „mia4moang“ ist Hochburg-Ach nun auch Fairtrade-Gemeinde. Einmal jährlich laden wir auch zu einem fairen Frühstück ein.
Tips:Was versucht ihr vom Verein neben dem fairen Handel beispielsweise auch in den Bereichen Lebensmittel und Mobilität zum Besseren zu verändern?
Steiner: Bei den Lebensmitteln achten wir darauf, dass sie aus der Region kommen. Wir leben privilegiert, mit Hedi Esterbauer und Maria Bernecker haben wir zwei Produzentinnen im Verein, die uns mit Milch, Joghurt, Brot, Eiern und Gemüse versorgen. Schwieriger wird es bei der Mobilität. In Hochburg-Ach sind Rad- und Fußwege praktisch nicht existent, öffentliche Verkehrsmittel unzureichend ausgebaut. Alles ist auf das Auto ausgerichtet und jeder hier hat mindestens eines. Das ist allerdings keine Lösung für die Zukunft. Die CO2-Emissionen vom Verkehr belasten Österreichs CO2-Bilanz schwer, fast die Hälfte (44,7 Prozent laut Umweltbundesamt im Jahr 2018) der österreichischen Treibhausgasemissionen ist darauf zurückzuführen.
Tips:Was hat „mia4moang“ in Zukunft noch so geplant?
Steiner: Aufgrund von Covid-19 mussten wir unsere geplante Podiumsdiskussion unter anderem zum sinkenden Grundwasserspiegel auf unbestimmte Zeit verschieben. Aber das Thema ist mega-aktuell und wir holen die Veranstaltung bestimmt nach und natürlich gibt es auch zukünftig unsere Klassiker, das Ferienprogramm für Kinder und Faires Frühstück.


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